Kölns offensive: schlüssel zum heimsieg gegen pauli?
Drei Punkte, ein Befreiungsschlag und ein Hoffnungsschimmer im Abstiegskampf: Der 1. FC Köln präsentierte sich am vergangenen Wochenende gegen Werder Bremen von einer überraschend starken Seite. Doch die Freude will genüsslich verlängert werden, denn direkt im Anschluss steht das Duell gegen den FC St. Pauli an – ein Spiel, das für die Geißböcke von existenzieller Bedeutung ist.
Die offensive als trumpf im kampf gegen die relegation
Nach acht sieglosen Spielen war der Sieg gegen Bremen nicht nur drei wertvolle Punkte, sondern auch ein immenses psychologisches Aufatmen. Trainer René Wagner scheint die Mannschaft wachgerüttelt zu haben, und insbesondere die Offensive des FC zeigt derzeit beeindruckende Leistungen. Die Expected Goals-Werte der letzten beiden Partien gegen Frankfurt und Bremen sprechen eine deutliche Sprache: Köln war in dieser Phase der Liga offensiv kaum zu stoppen. Ein eklatanter Gegensatz zu St. Pauli, die im ligaweiten Vergleich bei den erwarteten Toren und Torschüssen weit hinten liegen.
Die Hamburger Defensive präsentiert sich angreifbar – ein Umstand, den die Kölner Offensive unter Wagner gnadenlos ausnutzen will. Said El Mala, der Shootingstar des FC und Nationalspieler, ist mit elf Treffern in dieser Saison der gefürchtetste Angreifer des Teams. Dazu gesellt sich Ragnar Ache, der in der Rückrunde immer mehr in Fahrt gekommen ist und mit sechs Toren seine Formstärke unterstreicht.
Doch Vorsicht: Der Sieg gegen Bremen wurde durch die Unterzahlang der Gäste und riskante Aktionen von Werder am Ende der Partie maßgeblich begünstigt. Dennoch zeigte der FC auch gegen den Europapokal-Kandidaten Frankfurt bereits Ansätze einer gefälligen Spielweise nach vorne.
St. Pauli hingegen kämpft mit erheblichen Offensivproblemen. Bereits in der Vorsaison waren sie ligaweit am wenigsten treffsicher, und auch in der aktuellen Saison tut sich wenig. Die Kiezkicker verlassen sich primär auf Einzelaktionen von Spielern wie Daniel Sinani, der mit fünf Toren bester Torschütze ist. Aber auch er kann die Schwächen der Mannschaft nicht kaschieren.
Es bleibt abzuwarten, ob Köln seine Chancenverwertung gegen eine defensiv anfällige St. Paulier Mannschaft konsequent nutzen kann. Dennoch ist die Verpflichtung von René Wagner und die aktuelle Formkurve der Kölner Offensive ein Grund zur Hoffnung – und könnten den entscheidenden Unterschied ausmachen.

Die tabelle lügt nicht – aber sie ist noch nicht aus
Die Ausgangslage ist klar: Vier Punkte aus zwei Spielen unter Wagner sind ein guter Start, aber der Klassenerhalt ist noch lange nicht sicher. Ein Sieg in Hamburg wäre ein gewaltiger Schritt in Richtung Ziel, doch auch ein Unentschieden würde die Situation deutlich entspannen. Die Konkurrenz schläft nicht, und jeder Punkt ist nun kostbar.
„Ich schaue tatsächlich nicht auf die Tabelle“, sagte El Mala nach dem Spiel gegen Bremen. Doch bei fünf ausstehenden Spielen und nur fünf Punkten Vorsprung vor St. Pauli auf dem Relegationsplatz ist es naiv zu behaupten, dass er das nicht tut. Es wird ein hartes Stück Arbeit, aber der 1. FC Köln hat nun die Chance, sein Schicksal selbst in die Hand zu nehmen.
