Estupiñán reborn: derby-tor bringt landucci zum jubeln – jetzt will er lazio zerstören

Die Kurve bebte, die Nordtribüne brüllte sich die Seele aus dem Leib, und inmitten des Tumults stand Pervis Estupiñán – plötzlich wieder lebendig. Sein Linksschuss zischte ins Drehkreuz, das Derby ging an Milan, und auf dem Rasen fiel Co-Trainer Marco Landucci dem Ecuadorianer um den Hals: „Te lo meriti!“ – ein Satz, der mehr wog als jede Pressekonferenz.

Warum ausgerechnet jetzt der durchbruch kommt

Seit Wochen stand der Ex-Brighton-Linksverteidiger auf der Insel der Verbannten. Bartesaghi, 19 und roh, sollte die Zukunft vertreten. Doch Allegri liebt keine Experimente, wenn der Kalender röchelnd vor sich hin tickt. Im Training zeigte Estupiñán eine verbissene Sauberkeit: keine Show, kein Aufstand, nur meterweise Sprintbahnen und Flanken, bis die Schuhsohle glühte. Die Kollegen nahmen’s zur Kenntnis – Modric klatschte ab, Maignan pfiff lobend, Leao umarmte ihn nach dem Tor sofort. Die Umkleide ist ein Mikrofon; wer darin Anerkennung kriegt, spielt morgen.

Shevchenko, der gestern unangemeldet auf dem Trainingsgelände erschien, beobachtete das Spektakel aus der Hinterreihe. Sein Blick folgte Estupiñáns Lauflinie – einst hatte er selbst solche Läufe gemacht, nur mit dem Unterschied, dass seine Endstation fast immer das Netz war. „Der Junge hat Schmiede-Kraft in den Waden“, sagte der Ukrainer später zu einem Mitarbeiter, „aber die Köpfe der Gegner gucken nur auf Leao.“ Ein Kompliment mit Wegweiser.

Gimenez bleibt in der warteschleife – und das ist bitter

Gimenez bleibt in der warteschleife – und das ist bitter

Während Estupiñán die Nacht durchfeierte, trabte Santiago Gimenez einsam seine Runden. Der Mexikaner, 24 Millionen Ablöse, kommt nicht in Form zurück. Die Adduktoren zicken, die Sprintuhr stoppt bei 31,2 km/h – einst waren es 34. Nationalteam? Fehlanzeige. Stattdessen droht ihm ein „Freiwillen-Urlaub“ gegen Portugal und Belgien, während sein Sturm-Konkurrent Matteo Cancellieri bereits die Koffer für Rom packt. Allegri wird die Entscheidung erst am Spätnachmittag fällen, doch die Indizien sind eindeutig: Gimenez bleibt in Milanello, Estupiñán fliegt nach Rom.

Der Klub rechnet intern mit einem Sieben-Punkte-Sprint: Lazio, Atalanta, Verona – wer hier nicht zulegt, kann die Meister-Trommel einmotten. Der 14. März ist deshalb kein Datum, sondern eine Schallmauer. Und Estupiñán? Er hat die Nacht mit seinem Bruder verbracht, WhatsApp-Nachrichten ungelesen gelassen und stattdessen 25 Minuten Torschuss-Video analysiert. Seine Statistik: fünf Flanken, drei Ballgewinne, ein Tor – sieben Sekunden von der Idee bis zum Einschlag. Genug, um Lazio Albträume zu bereiten.

Morgen um 20:45 Uhr im Olimpico wird nicht nur ein Spiel gezählt, sondern eine Saison gerettet oder verspielt. Landucci wird an der Seitenlinie stehen, die Arme verschränkt, die Stimme schon rau vom letzten Siegesgesang. Und wenn Estupiñán dann erneut die Linie runterbrettert, weiß jeder im Stadion: Der Derby-Treffer war kein Zufall, sondern die Antwort auf Wochen des Schweigens. Man muss ihn nur ernten – und das wird er tun. Ohne Rückzieher, ohne Netzroller, dafür mit einem Satz auf den Lippen, den er gestern schon flüsterte: „Nunca más suplente.“