Engelhardt überrascht: dm-titel und tour-premiere im meistertrikot!

Bad Liebenstein – Ein Sonntag, der in die Geschichte eingehen wird: Felix Engelhardt, gerade erst für die Tour de France nominiert, hat völlig überraschend die deutsche Straßenrad-Meisterschaft gewonnen. Der 25-Jährige vom Team Jayco-AlUla setzte sich nach einem extrem anstrengenden Rennen über 191 Kilometer mit fast 4000 Höhenmetern in der Thüringer Hitze knapp im Sprint gegen Lennart Jasch und den Tour-Starter Nico Denz durch. Ein Märchen geht in Erfüllung!

Die königsetappe winkt: engelhardts traum vom gelben trikot

Die königsetappe winkt: engelhardts traum vom gelben trikot

Die Nachricht verbreitete sich wie ein Lauffeuer: Felix Engelhardt, der eigentlich eher als Helfer im Hintergrund agiert, fährt nun als Deutscher Meister zur Tour de France. „Im Meistertrikot zur Tour zu fahren, das ist ein Traum“, erklärte ein überwältigter Engelhardt im MDR. Ein Traum, der sich nun wahr geworden ist – und das nach einem Rennen, das alles abverlangte. Die Hitze, die steilen Anstiege, der Kampf um Positionen – Engelhardt meisterte alles mit Bravour.

Favorit Nils Politt, der den Fünfersprint auf der Zielgeraden zu früh lancierte, musste sich mit dem vierten Platz begnügen und verpasste damit den erhofften Titel und das DM-Double. Schließlich scheiterte der Kölner an der schieren Tagesform und der taktischen Brillanz von Engelhardt. Auch Titelverteidiger Georg Zimmermann landete nur auf dem fünften Platz. Die Leistung der Top-Profis trotz der brüllenden Hitze war bemerkenswert, doch am Ende war es Engelhardts Tag.

Franziska Koch krönte einen bereits erfolgreichen Samstag mit ihrem dritten Straßentitel in Serie, nachdem sie zuvor die Zeitfahrmeisterschaft gewonnen hatte. Florian Lipowitz, der als großer Hoffnungsträger galt, verzichtete aufgrund der Höhe des Stubaitals auf den Start und konzentrierte sich stattdessen auf die Vorbereitung für die Tour. Das zeigt, wie wichtig die Form für die anstehende Frankreich-Rundfahrt ist.

Engelhardt selbst kämpfte in der letzten Runde mit Krämpfen, doch er fand die Kraft, sich durchzusetzen und seine Konkurrenten im Sprint zu übertrumpfen. Die Szene spricht für sich: Ein junger Mann, der aus dem Nichts auftaucht und die deutsche Radsport-Szene auf den Kopf stellt. Die Tour de France wird es zeigen, ob Engelhardts Leistung ein einmaliger Glücksfall war oder der Beginn einer neuen Ära im deutschen Radsport.