Endrick stürmt statt neymar – ancelotti jagt den 19-jährigen ins wm-feuer

Endrick Felipe, bislang Statist bei Real, soll Brasiliens Sturm gegen Haiti führen. Carlo Ancelotti lässt dem Volksverlangen nach und setzt auf den 19-Jährigen, während Neymar nach 91 Tagen Pause wieder mit dem Team trainiert – doch ein Einsatz bleibt offen.

Das kind gegen das idol

Die Selecao trennte nur ein 1:1 vom Marokko-Spiel, Mittelstürmer Igor Thiago enttäuschte. Die Folge: Twitter, Funk und Straße schrien nach Endrick. 20 Jahre alt wird er zwei Tage nach der WM-Krönung, verheiratet, explosiv, Torjägerinstinkt in Reinform. Bei Real blieben ihm in Ancelottis letzter Saison drei Startelfeinsätze und 19 Kurzeinsätze – zu wenig, fand selbst das Bernabéu.

In Lyon ging es stückweise besser. Drei Treffer in elf Spielen, dazwischen Phasen, in denen er abtaucht. Pressing? Defensive Mitwirkung? Fehlanzeige. Genau das aber will Ancelotti von jedem Angreifer in seiner „Arbeiter-Selecao“.

Die rückkehr des königs

Die rückkehr des königs

Neymar feierte gestern sein Comeback nach vier Monaten Kreuzband-Aus. Die Kabine lachte, als er eintraf – ein Video zeigt Militão, der ihm einen Schritt verpasst. 34 Jahre, vierte WM, fünftes Kind unterwegs. Der Mythos lebt, ob er spielt, entscheidet sich erst kurzfristig. Seine physische Testphase läuft, die medizinische Abteilung bremst.

Die Rechnung ist simpel: Endrick soll Haiti knacken, Neymar retten sich für die K.o.-Phase. Doch das Volk will beide. „Comandante Anselocci“ wird heute vor der Presse stehen und entweder ein Zeichen setzen oder riskieren, dass die nächste Welle Protest aus Rio bis Manaus rollt.

Eine Sache steht fest: Brasiliens Sturm wird jünger – mit oder ohne Neymar.