Emery krönt sich zum europa-league-könig – doch der preis ist hoch!
Unai Emery hat Geschichte geschrieben: Mit Aston Villa seinen fünften Europa-League-Titel gewonnen – und das bereits mit dem dritten unterschiedlichen Verein. Ein beispielloser Erfolg, der jedoch einen bitteren Nachgeschmack hinterlässt: Der Aufstieg der Villians hat einen gigantischen finanziellen Berg angerichtet.

Die villa zahlt einen hohen preis für europäische träume
Während die Fans in Birmingham ausgelassen feiern, zeichnet ein Blick hinter die Kulissen ein anderes Bild. Aston Villa hat seit 2018-2019 satte 392,7 Millionen Pfund (459,6 Millionen Euro) verloren – eine Summe, die selbst die europäischen Schwergewichte vor Neid erblassen lässt. Die Verantwortlichen um Nassef Sawiris und Wes Edens haben in den vergangenen Jahren tief in die Tasche gegriffen, um den Verein zu transformieren und in die europäische Spitze zu führen.
Doch dieser Traum hat seinen Preis. Die Investitionen in die Mannschaft, insbesondere in den letzten Transferperioden, haben zu einem massiven Anstieg der Abschreibungen geführt. Als Emery im Sommer 2022 an die Villa Park kam, lagen die jährlichen Ausgaben für Spielerkäufe noch bei 83 Millionen Pfund (97 Millionen Euro). Im Jahr 2024-2025 werden diese bereits die 106 Millionen Pfund (124 Millionen Euro) übersteigen – ein Zuwachs von 28 Prozent. Das ist mehr, als der Real Madrid oder der FC Barcelona ausgibt.
Ein spanisches Dreamteam unter Emerys Führung
Neben Emery selbst, der mit seiner Erfahrung und seinem taktischen Geschick überzeugt, hat Aston Villa auch in andere spanische Experten investiert. Roberto Olabe, ehemaliger Sportdirektor von Real Sociedad, übernahm im Sommer die sportliche Leitung von Monchi, während Damià Vidagany als operativer Leiter für den Fußballbereich verantwortlich ist. Alle vier – Emery, Olabe, Vidagany und der bereits erwähnte Monchi – verbindet eine gemeinsame Vergangenheit: Sie haben bereits unter Emery in Almería, Valencia und Sevilla zusammengearbeitet.
Der überraschende Abschied Emerys vom Villarreal im Oktober 2022, obwohl er dort gerade erst einen historischen Titel gewonnen hatte, wirft bis heute Fragen auf. Doch der Wechsel zum vermeintlich schwächeren Aston Villa zahlte sich aus. Nach einem siebten Platz in der Premier League folgte im darauffolgenden Jahr der vierte Platz und die Qualifikation für die Champions League – ein Erfolg, der nun durch den Europa-League-Titel gekrönt wurde.
Die Frage ist nun, ob Aston Villa die finanziellen Belastungen stemmen kann. Die Eigentümer müssen möglicherweise kreative Lösungen finden, um die Premier League und die UEFA zu befriedigen. Gerüchte über den Verkauf des Frauenteams und von Immobilienaktivitäten machen die Runde – ein Zeichen dafür, dass die finanzielle Lage angespannt ist.
Ein Lichtblick war das Jahr 2021-2022, als der Verkauf von Jack Grealish an Manchester City für 118 Millionen Euro einen Gewinn ermöglichte. Doch dieser Effekt war einmalig. Die Villa hat in den letzten acht Jahren unter der Führung von Sawiris und Edens nur eine Saison ohne Verluste verzeichnet.
Mehr Umsatz als Atlético Madrid
Der sportliche Erfolg hat sich jedoch auch in einem deutlichen Umsatzanstieg niedergeschlagen. Aston Villa gehört mittlerweile zu den Top-Sieben der Premier League und übertrifft sogar den Atlético Madrid. Im Jahr 2024-2025 wurden 370 Millionen Pfund (433,2 Millionen Euro) umgesetzt – ein Anstieg von 34 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die Sponsoring- und Merchandising-Einnahmen haben sich dabei verdoppelt und liegen nun bei über 90 Millionen Pfund (105 Millionen Euro).
Die Zukunft wird zeigen, ob Aston Villa den Erfolg langfristig finanzieren kann. Der Weg zum Big Six oder Big Seven ist zwar ambitioniert, aber die Villians haben bewiesen, dass sie zu Großtaten fähig sind. Doch die hohen Verluste und die wachsende Gehaltsstruktur stellen eine erhebliche Herausforderung dar. Es bleibt abzuwarten, ob die Eigentümer in der Lage sind, die Balance zwischen sportlichem Erfolg und finanzieller Stabilität zu halten.
