Nagelsmann zieht den joker: neuer rückt mit 40 jahren in den wm-kader

Es ist beschlossene Sache: Julian Nagelsmann schickt Manuel Neuer mit 40 Jahren zur WM 2026 – und sprengt damit alle Altersregeln. Nach 686 Tagen Nationalmannschaftspause kehrt der Torhüter zurück, jagt seinen fünften Turnier-Kader und verdrängt Oliver Baumann, der seit zwei Jahren die Nummer eins war.

Warum der bundestrainer jetzt auf erfahrung setzt

Nagelsmanns Begründung klingt simpel, ist aber brisant: „Ich brauche einen Schlussmann, der in Mexiko-City genauso ruhig atmet wie in München.“ Gemeint ist Neuer, der nach Kreuzband- und Schulterpannen noch immer die längste Armspanne des Weltfussballs besitzt. Die Statistik liefert den Rest: In 117 Länderspielen kassierte er 0,86 Gegentore pro Partie – kein deutscher Keeper liegt seit 1966 darunter.

Die Spanier reagieren mit Respekt und Spott zugleich. Marca titelt: „Neuer führt die Altgardisten an – und Mainz’s Nadiem Amiri darf mitfahren.“ Das Blatt sieht in Amiri den „Gewinner der Protestwelle“, weil Nagelsmann nach der EM-Enttäuschung auf neue Ballstafetten setzt. Kataloniens Sport spitzt es zu: „Deutschland reist mit Neuer, aber ohne Ter Stegen – ein Machtwort gegen die Zukunft.“

Der junge und der alte: karl und neuer im selben flieger

Der junge und der alte: karl und neuer im selben flieger

Der Kontrast könnte größer nicht sein. Lennart Karl hat gerade mal 173 Profi-Minuten auf dem Buckel, Neuer 823. Der 19-jährige Bayern-Junior soll in Katar-Trainingsspielen „Löwenherz“ bewiesen haben – Nagelsmann nennt ihn „Linksverteidiger mit Torriecher“. Karl selbst scherzt im DFB-Video: „Wenn Manu erzählt, bin ich still. Wenn ich dribble, schaut er.“

Die französische Le Parisien sieht in der Personalie ein Stück weit Not: „Ohne Marc-André ter Stegen, ohne Kevin Trapp bleibt nur Neuer, der Mythos. Deutschland repariert die WM-Blamage von 2022 mit dem Architekten von 2014.“ Die Zahlen sprechen allerdings gegen das Mythos-Argument: Seit seinem Comeback im April steht Neuer in 17 Pflichtspielen nur viermal ohne Gegentor. Dennoch: In der DFB-Elf zählt das Käfig-Tier, nicht die Saison-Quote.

Die schwedische Aftonbladet nimmt den Rücktritts-Rückzieher aufs Korn: „Neuer sagte Goodbye, doch Nagelsmann hielt die Tür offen. Oliver Baumann darf sich jetzt mit dem Status „Notnagel“ trösten – ein Luxusproblem, das nur Deutschland haben kann.“

Hollands Telegraaf liefert das schönste Bonmot: „Wenn Neuer in Amerika aufläuft, wird er älter sein als das durchschnittliche Team von Ghana. Aber er kann noch immer einen Ball so flach halten wie einen Teller Suppe.“

Für den Schweizer Blick ist die Sache klar: „Die Katze ist aus dem Sack – und sie trägt Handschuhe.“

Nagelsmann selbst betont, er habe „kein Geschenk“ verteilt, sondern eine „Handlungsanweisung für Juli in Los Angeles“. Wer dann im Tor steht, entscheidet sich in den letzten drei Testspielen. Die Wette: Mit Neuer hat Deutschland entweder den letzten Trumpf – oder das letzte Aufgebot einer Ära, die 2014 begann und 2026 endet. Der Countdown läuft, 21 Tage bis zum Eröffnungspfiff.