Embacher schreibt geschichte: dritter junioren-wm-triumph in folge

Stephan Embacher ist kein Jungstar mehr, er ist ein Phänomen. Der 20-jährige Österreicher schraubte sich am Donnerstag im schneeverwehten Lillehammer zum dritten Mal in Serie auf die Junioren-Weltmeisterschafts-Spitze – ein Kunststück, das vor ihm kein Skispringer je vollbrachte.

Mit Sprüngen von 97,5 und 98 Meter ließ er den Polen Kacper Tomasiak auf Distanz. 282,4 Gesamtpunkte stehen gegen 272,5. Die Differenz wirkt knapp, war es nicht. Embacher kontrollierte das Geschehen von der ersten Runde an, und als Tomasiak im zweiten Durchgang den linken Arm bei der Landung kurz aufsetzte, war die Entscheidung gefallen.

Der hattrick rückt embacher in eine eigene klasse

Bisher hielten Heinz Kuttin und Janne Ahonen die Marke von zwei Junioren-Titeln. 1989 und 1991 holte Kuttin Gold, 1993 und 1994 folgte Ahonen. Beide schafften den Doppelpack, keiner den Dreierpack. Embacher durchbrach diese Glasdecke mit der Gelassenheit eines Routiniers. „Ich springe seit drei Jahren gegen mich selbst“, sagte er nach dem Rennen. „Die Konkurrenz ist Nebengeräusch.“

Die Zahl drei verfolgt ihn ohnehin. Bei den Youth Olympics in Gangwon war er Teil des österreichischen Super-Teams, das dreimal Gold holte. Slopestyle, Mixed-Team, Einzel – alles mit nach Hause genommen. Jetzt also die dritte Einzelkrone nacheinander. Seine Sammlung wirkt bereits olympisch, obwohl er erst zehn Weltcup-Saisons auf dem Buckel hat.

Deutsche hoffnungen zerfasern im wind

Deutsche hoffnungen zerfasern im wind

Während Embacher feierte, rissen die deutschen Träume ein weiteres Mal. Janne Holz schaffte als Zehnter gerade noch die Top-10, Yann Kullmann folgte auf Platz elf. Lasse Deimel, Sohn des einstigen Kombinierers Jens Deimel, landete auf Rang 13 – eine Platzierung, die seinem Vater 1993 noch zur Bronzemedaille im Kombinieren gereicht hätte, heute aber nur die Frage aufwirft, wann der deutsche Skisprung wieder vorne mitmischt.

Die Antwort lautet: nicht so schnell. Die ÖSV-Nachwuchsarbeit läuft auf Hochtouren, die deutsche stagniert. Während Embacher schon mit den Großen trainiert, kämpfen Holz & Co. noch mit der Konsistenz. Der Rückstand beträgt nicht nur 40 Punkte im Ergebnis, sondern auch Jahre in der Entwicklung.

Embacher selbst blickt längst weiter. „Mein Ziel ist der Eintritt in die Weltcup-Top-Ten“, sagt er. Nach dem dritten Junioren-Titel klingt das nicht nach Angeberei, sondern nach logischer Konsequenz. Die Geschichte, die er schreibt, ist noch längst nicht zu Ende.