Elfmeterschießen? rice verspricht: englands schützen sind weltklasse!
Atlanta – Die englische Nationalmannschaft scheut das Elfmeterschießen nicht, ganz im Gegenteil: Mittelfeldspieler Declan Rice hat vor dem WM-Sechzehntelfinale gegen DR Kongo (Mittwoch, 18.00 Uhr MESZ) eine deutliche Botschaft an die Konkurrenz gesendet. Die Vergangenheit mag schmerzhaft sein, doch das aktuelle Team blickt selbstbewusst nach vorne.

Selbstvertrauen statt trauma
Die Erinnerungen an gescheiterte Elfmeterschießen in der Vergangenheit – das Halbfinale der WM 1990 gegen Deutschland, die EM 1996 gegen die gleichen Deutschen und das bittere Finale der EM 2021 gegen Italien – verfolgen die englische Fußballnation seit Jahrzehnten. Doch Rice sieht in dieser Mannschaft etwas Besonderes: „Wenn ich mir diese Gruppe jetzt ansehe, glaube ich nicht, dass es jemals eine bessere Gruppe von Elfmeterschützen gegeben hat, als England sie vermutlich jetzt hat.“
Die Liste der Kandidaten liest sich beeindruckend: Harry Kane, der Kapitän und Torgarant, Ivan Toney, Marcus Rashford, Anthony Gordon, Bukayo Saka und Jude Bellingham – alle versprechen, vom Punkt heraus kühlen Kopf zu bewahren. Und auch Rice selbst ist bereit: „Auch ich kann einen schießen.“ Die Erwartungshaltung ist klar: Auf dem Weg zum WM-Titel wird es wohl mindestens ein Elfmeterschießen zu bewältigen geben.
Die Bilanz der Three Lions in WM- und EM-Endrunden ist allerdings gemischt: Von vier Elfmeterschießen bei WM-Turnieren wurden lediglich eines gewonnen. Bei EM-Turnieren waren es drei von sechs Versuchen. Die Demütigungen durch Deutschland und Italien sind tief in der Seele der Fans vergraben. Allerdings gab es in der jüngsten Partie gegen Kroatien bereits einen Vorgeschmack auf die Nervenfestigkeit des Teams: Kane vergab zwar seinen Elfmeter, doch der Schiedsrichter ordnete eine Wiederholung an, da der kroatische Torwart Dominik Livakovic sich zu früh vom Kasten wegbewegt hatte. Kane ließ sich nicht zweimal bitten und traf sicher zum 4:2.
Zwei der vier Sechzehntelfinalspiele bei dieser WM wurden bereits durch Elfmeterschießen entschieden. Die Spannung steigt – und England scheint bereit für den Kampf. Doch die Vergangenheit lehrt: Selbst die stärksten Schützen können an einem unglücklichen Tag scheitern. Die Frage ist, ob die aktuelle Generation die Last der Geschichte ablegen und ihren eigenen Weg zum Erfolg ebnen kann.
Die DR Kongo wird zweifellos alles daran setzen, ein Elfmeterschießen zu vermeiden. Doch sollte es dazu kommen, ist England mit einer beeindruckenden Auswahl an Schützen bestens gerüstet. Die Vorzeichen stehen gut, aber der Weg zum Finale ist noch lang.
