Elfmeter-chaos in wolfsburg: kompany zeigt ungewöhnliche gelassenheit
Die Luft in Wolfsburg war zum Schneiden dick – nicht nur wegen der Anspannung, sondern auch wegen des umstrittenen Elfmeters, der den FC Bayern im Spitzenspiel gegen den VfL Wolfsburg zum knappen 1:0-Sieg führte. Vincent Kompany, der Bayern-Coach, reagierte auf die Szene erstaunlich entspannt, während die Gemüter in der Fußballwelt kochten.

Ein patzer, ein verdacht und ein überraschter belgier
Der Vorfall selbst war denkbar unglücklich: Harry Kane rutschte beim Schießen des Elfmeters ab und verfehlte das Tor deutlich. Zuvor hatte der junge Wolfsburger Jeanuël Belocian den Elfmeterpunkt leicht verschoben – eine Geste, die von vielen als unsportlich gewertet wird. Doch Kompany zeigte Verständnis und relativierte die Situation. „Klar, man muss sich das ansehen, aber was soll der Spieler von Wolfsburg machen? Einfach absteigen, ohne zu versuchen, sich einen Vorteil zu verschaffen? Das geht nicht“, erklärte der Belgier im Sky-Interview.
Matthäus scharrte mit den Fesseln: Die Diskussion darüber, ob Belocian bewusst den Punkt verschoben hat, geht weiter. Lothar Matthäus, der ehemalige Bundestrainer, ließ verlauten, er hoffe, Julian Nagelsmann schaue sich die Szene an. Ob dies eine subtile Anspielung auf Kompanys Taktik war, bleibt abzuwarten.
Die Wolfsburger Mannschaft kämpfte unermüdlich, kreierte Torchancen und setzte die Bayern-Defensive immer wieder unter Druck. Bayern hatte große Mühe, ins Spiel zu finden und wirkte verunsichert. Torwart Jonas Urbig glänzte mit Weltklasse-Paraden und hielt sein Team im Spiel – ein Lichtblick für die Wölfe.
Die Idee, einen Spieler am Elfmeterpunkt zu positionieren, um Manipulationen zu verhindern, brachte Sky-Moderator Sebastian Hellmann ins Spiel. Kompany konterte mit einem Augenzwinkern: „Wenn das am Mittwoch gegen Paris passiert wäre, hätten wir schon zwei, drei Leute am Penalty-Punkt gehabt.“ Die Bemerkung verdeutlichte einmal mehr: Im internationalen Fußball wird an nichts gespart.
Michael Olise schließlich rettete die Bayern mit seinem Treffer zum 1:0. Doch der Elfmeter bleibt ein Gesprächsthema, das zeigt, wie klein der Grat zwischen Sieg und Niederlage im modernen Fußball sein kann.
Die Quintessenz: In der Welt des Profifußballs zählt jeder Zentimeter, jede Sekunde. Der Elfmeter in Wolfsburg mag eine Nebensache sein, aber er offenbart die gnadenlose Kommerzialisierung und die zunehmende Professionalisierung des Sports, in der selbst die kleinste Unregelmäßigkeit ausgenutzt werden könnte – oder zumindest vermutet wird.
