Elazzaoui krönt sich zum doppelkönig von zegama – alexandersson pulverisiert rekord
Elhousine Elazzaoui hat Zegama wieder erobert. Der Marokkaner jagte sich am Sonntagvormittag in 3:46:42 Stunden durch die 42,1 Kilometer und 2.736 Höhenmeter des wohl berühmtesten Trail-Marathons der Welt – und ließ dabei selbst die großen Namen alt aussehen. Killian Jornet, fünfmaliger Sieger hier, rollte als 32. über die Zielgerade, neun Kilometer hinter dem neuen Champion.
Rémi bonnet fliegt, elazzaoui erbt
Der Auftakt gehörte dem Schweizer Rekordjäger Rémi Bonnet. Der Vertical-Kilometer-Weltmeister riss sich früh vom Feld und stapfte allein über Aratz, jene steile Betonrampe, die Zegama berühmt macht. 4:00 Minuten Vorsprung hatte er auf dem Kamm, das Stadion von Sancti Spiritu tobte. Dann schlug die Stunde der Realität: Bonnet kollabierte auf der Abfahrt, Pattis und Elazzaoui zogen vorbei, Jornet schon außer Sichtweite.
Ab kilometr 25 war es ein Duell zwischen dem marokkanischen Diesel und dem italienischen Puncher. Pattis stemmte sich in die Führung, doch auf der letzten Rampe vor Otzaurte zündete Elazzaoui den Turbo. 500 Meter, ein Blick zurück, fertig. „Ich wusste, dass meine Beine noch einmal zehn Minuten Vollgas ertragen“, sagte er später, die Stimme rau vom Nebel und dem eigenen Lachen.

Manuel merillas liefert heimische heldennummer ab
Während die Spitze die Berge zersägte, schob sich Manuel Merillas durchs Feld. Der Galicier startete als Zehnter, schlich sich an Taylor Stack vorbei und knallte noch in die Top-Four – 3:54:12 Stunden, beste spanische Zeit, Applaus minutenlang. „Zegama ohne Regen ist wie Wein ohne Sauerstoff“, grinste er. „Aber ich nehme trotzdem jeden Tropfen mit.“

Tove alexandersson fegt das feld weg und die uhr zurück
Bei den Frauen gab es nur eine Farbe: schwedisches Gelb. Tove Alexandersson, Skibergsteiger-Weltmeisterin und Langlauf-Ass, debütierte in Zegama – und verpasste der Strecke einen neuen Maßstab. 4:18:43 Stunden bedeuteten nicht nur Sieg, sondern auch eine Zeit, die Nienke Brinkmanns Rekord von 2022 um 8:12 Minuten in die Tonne klatschte.
Malen Osa hielt eine Weile mit, fiel dann zurück, kämpfte sich auf 4:32:11 Stunden noch vor Sara Alonso (4:34:55). Ida Nilsson, 2018 noch Siegerin, wurde Sechste – und küsste trotzdem den Schlamm. „Wer hier ankommt, versteht, warum wir das tun“, sagte sie. Alexandersson selbst brach nach dem Bandenkuss zusammen, ließ sich vom Sanitätsdienst abführen und kam zurück mit einem Lächeln, das den ganzen Tag überleben wird.
Zegama zieht weiter. Kein Regen, keine Kälte, nur reine Geschwindigkeit. Und ein neues Kapitel: Elazzaoui gehört jetzt zu den ganz Großen, Alexandersson hat bewiesen, dass sie auch ohne Ski die Besserin ist. Der Mythos lebt – nur schneller als je zuvor.
