Ejdsell flüchtet aus bern: färjestad zieht topscorer zurück
Victor Ejdsell packt die Koffer. Nach 31 Punkten in 39 Spielen verlässt der Schwede den SC Bern zum Saisonende – und schlägt beim Färjestad BK auf, wo er 2022 schwedischer Meister wurde.
Der transfer schlägt wellen bis in die kabine
Die Nachricht kommt per Telefon aus Karlstad. Kein Gerücht, keine Absichtserklärung. Expressen liegt der langfristige Vertrag vor, Ejdsell hat unterschrieben. Für die Berner Delegation ist das ein Schlag ins Kontor: Erneut verlieren sie ihren besten Scorer, nachdem Austin Czarnik im Sommer bereits Richtung Lausanne abwanderte.
Die Zahlen sind schonungslos offen. 25 Tore, 51 Assists in 101 Partien – das ergibt 76 Scorerpunkte in zwei NL-Saisons. Ein Center, der Powerplay knackt, Shorthander killt und in Schlüsselminuten die Scheibe sicher verwaltet. Genau diese Kompetenz verlieren die Mutzen, wenn Ejdsell im Frühjahr die Zürcher Flughafentreppe Richtung Heimat hochsteigt.

Warum der stützpunkt trotz punkteglanz nicht hält
Intern heißt es, Ejdsell habe sich in Bern wohl gefühlt. Aber die Familie, ein zweites Kind auf dem Weg, das eigenes Land – das zieht stärker als das Schweizer Klima. Hinzu kommt: Färjestad baut um, sucht nach dem verpatzten Playoff-Jahr eine Identifikationsfigur. Ejdsell kennt die Kabine, die Anhänger, die Taktik. Für ihn ist es kein Schritt zurück, sondern ein Heimkommen mit offenen Armen.
SC Bern muss jetzt reagieren. Sportchef Martin Steinegger sitzt auf heißen Kohlen: Verliert er auch noch den zweiten Topscorer innerhalb eines Jahres, gerät der Playoff-Anspruch ins Wanken. Die Liga ist klein, die Konkurrenz groß. Zürich, Lugano, Biel – alle buhlen um die selben Importkräfte. Wer im Mai nicht dabei ist, verliert TV-Gelder, Sponsoren, Fans.

Die uhr tickt laut
Ejdsell selbst will bis zum Schluss Gas geben. „Wir wollen in den Playoffs noch etwas Schaden anrichten“, sagte er kürzlich – das klang nach Kampfansage, aber auch nach Abschied. Die Berner Anhänger werden ihn ausbuhen, dann applaudieren. So ist Eishockey: Geschäft auf dem Papier, Emotion auf dem Eis.
Für Färjestad ist die Sache klar. Ejdsell liefert sofort Punkte, verkörpert die Mentalität, bringt Playoff-Erfahrung aus der NL mit. In Karlstad glaubt man wieder an Titel Nummer zehn. Und Bern? Muss jemanden finden, der 31 Punkte in 39 Spielen ersetzt. Die Suche beginnt heute – nicht morgen.
