Eishockey-schock: deutschland verliert auftaktspiel bei wm!
Zürich – Der Traum vom Viertelfinal ist für die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft geplatzt, bevor er überhaupt richtig begonnen hat. Mit 1:3 gegen Finnland gab das Team von Bundestrainer Harold Kreis zum Auftakt der Weltmeisterschaft eine schwache Figur ab, vor allem in den Special Teams offenbarte Deutschland deutliche Schwächen. Der Druck auf Kreis steigt merklich.
Personelle engpässe und vergebene chancen
Die Absagen von Leistungsträgern wie Nico Sturm und Lukas Reichel lasteten spürbar auf dem Aufgebot. Während Sturm nach dem Playoff-Aus mit den Minnesota Wild nicht zur Verfügung stand, reiste Reichel erst am Donnerstag nach und konnte gegen Finnland noch nicht eingesetzt werden. „Er soll erstmal schlafen“, kommentierte Kreis die Entscheidung, den jungen Stürmer zunächst zu schonen – eine Aussage, die bei den Fans für gemischte Gefühle sorgte. Lediglich elf der zwölf Feldspieler aus dem Mailänder Olympia-Kader standen auf dem Eis, und auch die Anzahl der NHL-Profis war mit nur drei deutlich geringer als beim Gegner.

Finnland nutzt überzahlvarianten konsequent aus
Das Spiel entschied sich im Wesentlichen durch die Überzahlspielzüge. Während Finnland seine ersten beiden Powerplay-Gelegenheiten eiskalt ausnutzte, blieb Deutschland in den zehn Minuten mit einem Mann mehr auf dem Eis weitgehend harmlos. Anton Lundell (9.), Jesse Puljujärvi (44.) und Aatu Räty (56.) besiegelten die Auftaktpleite für die DEB-Auswahl. Ein Rettungsakt von Moritz Seider in der 21. Minute verhinderte zumindest ein noch höheres Debakel.

Loibls treffer zu wenig, special teams schwächeln
Stefan Loibl gelang in der 49. Minute durch einen sehenswerten Spielzug der einzige Treffer für Deutschland. Doch dieser gelang zu spät, um das Blatt zu wenden. Die Special Teams blieben das größte Problem, und die Forderung von Kapitän Marco Kahun in der zweiten Drittelpause, diese „auf jeden Fall verbessern“, blieb unerhört. Die Finnen präsentierten sich da deutlich effizienter.
Die Vorgabe, wieder mehr auf kompakte Defensivarbeit und einfaches Eishockey zu setzen, war zwar in der Anfangsphase erkennbar, doch die Umsetzung ließ zu wünschen übrig. Die deutsche Mannschaft wirkte verunsichert und fand kaum Mittel, um die finnische Defensive zu knacken. Bereits das Vorrunden-Aus im Vorjahr und die Enttäuschung bei den Olympischen Spielen in Mailand hatten den Druck auf Bundestrainer Kreis erhöht – diese Niederlage gegen Finnland verschärft die Situation zusätzlich.
Das nächste Spiel gegen Lettland am Sonntag wird für die deutsche Mannschaft bereits zur Standortbestimmung. Ob das ausgegebene Ziel Viertelfinale noch erreichbar ist, wird sich dann zeigen.
