Eishockey-schock: deb-team verliert auftaktspiel ohne sturm und reichel!

Zürich – Ein bitterer Start für die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft bei der WM in der Schweiz: Ohne die NHL-Stars Nico Sturm und Lukas Reichel musste das Team von Bundestrainer Harold Kreis eine knappe 1:3-Niederlage gegen den Olympia-Dritten Finnland einstecken. Die Absage von Sturm kurz vor dem Spiel wirft einen zusätzlichen Schatten auf eine ohnehin fragile Situation.

Druck auf kreis wächst nach weiteren absagen

Druck auf kreis wächst nach weiteren absagen

Die Personalkrise im DEB-Team ist offensichtlich. Bereits vor dem Turnier fielen zahlreiche Leistungsträger aus, und nun auch noch Sturm. Reichel, der nachgereist war und erstmals trainierte, stand ebenfalls nicht in der ersten Aufstellung. Kreis muss improvisieren, doch die Ausfälle wiegen schwer. Das Ziel Viertelfinale scheint in weiter Ferne.

Vor 8.000 Zuschauern in der Swiss Life Arena in Zürich sahen ein Spiel, das von finnischer Effizienz geprägt war. Anton Lundell, Jesse Puljujärvi und Aatu Räty trafen allesamt im Powerplay, während das deutsche Überzahlspiel völlig versagte. Ein Lichtblick war Moritz Seider, der mit einer spektakulären Rettungsaktion auf der Linie ein weiteres Gegentor verhinderte. Stefan Loibls Anschlusstreffer fiel zu spät, um die Partie zu wenden.

Die Special Teams waren der entscheidende Faktor. Während Finnland seine Überzahlspiele konsequent nutzte, blieb Deutschland harmlos. Die Finnen präsentierten sich mit zwölf NHL-Profis im Aufgebot, während Deutschland lediglich drei einsetzen konnte. Die Diskrepanz im Kadergewicht ist immens.

„Wir müssen unser Powerplay auf jeden Fall verbessern“, forderte Routinier Daniel Kahun in der zweiten Drittelpause. Doch die Worte blieben ohne Folgen. Die deutsche Mannschaft wirkte verunsichert und kraftlos, besonders in den entscheidenden Momenten.

Die Entscheidung von Lukas Reichel, seinen Vertrag bei den Boston Bruins kurzfristig um ein Jahr zu verlängern, sorgte für weitere Verwirrung. Kreis’ Kommentar „Er soll erstmal schlafen“ wirkte angesichts der Situation bemüht. Die Frage ist, ob Reichel gegen Lettland tatsächlich den erhofften Impuls geben kann.

Das nächste Spiel gegen Lettland am Sonntag (20:20 Uhr/ProSieben und MagentaSport) ist nun ein Test für die Nerven. Harold Kreis steht vor der größten Herausforderung seiner Trainerkarriere. Die Fans fordern Antworten, die Mannschaft muss liefern – andernfalls droht ein früher K.O. bei der WM.