Eisbären demontieren kölner rekordträume mit einem einzigen tor

Ein Tor. Mehr brauchten die Eisbären Berlin nicht, um den Kölner Haien am Sonntag in der ausverkauften Lanxess-Arena den Abend zu verderben. Das 1:0 war kein Spektakel – aber es war genug. Und für Köln bedeutete es das dritte punktlose Wochenende dieser Spielzeit, das zweite Mal eine Niederlage in Serie, und vor allem: die Rekordjagd läuft weiter auf Bewährung.

Andreas eder trifft, köln schaut zu

Die Ironie des Abends steckt in der 19. Minute. Yannick Veilleuxzieht hinter dem Kölner Tor durch, findet Markus Vikingstad, der per Rückhand Andreas Eder am langen Pfosten bedient – und die Scheibe liegt im Netz. So simpel. So brutal. Kurz vor dem ersten Pausenpfiff, als die Haie eigentlich das Momentum auf ihrer Seite wähnten.

Dabei hatte Köln früh die besseren Karten in der Hand. Nach gerade einmal 27 Sekunden kassierten die Gäste die erste Strafzeit, doch das Überzahlspiel der Gastgeber war so gefährlich wie ein zahnloser Biss. Kevin Niedenz hatte die erste echte Großchance der Partie – Jonas Stettmer im Berliner Tor ließ ihn nicht durch. Stettmer sollte an diesem Abend noch öfter das letzte Wort haben.

Juvonen hält die haie im spiel, stettmer hält die berliner im sieg

Juvonen hält die haie im spiel, stettmer hält die berliner im sieg

Was im zweiten und dritten Drittel folgte, war ein kollektives Kopfschütteln aus roter Perspektive. Tanner Kero stocherte vergeblich vor dem Tor, Juhani Tyrväinen schoss Stettmer direkt in die Hände, und Frederik Storm – nach Patrick Russell der zweitbeste Scorer der Kölner – fand schlicht keine Lücke. Die Haie drückten, schnürten Berlin ein, spielten sich in Rausch – und erzielten kein einziges Tor.

Auf der anderen Seite rettete Janne Juvonen Köln mehrfach vor einem noch deutlicheren Ergebnis. Ty Ronning allein hätte das Spiel früh entschieden, scheiterte aber zweimal spektakulär am Haie-Keeper. Das 1:0 blieb das einzige Kapitel dieser Geschichte.

Der rekord wartet noch – zwei spiele bleiben

Der rekord wartet noch – zwei spiele bleiben

Mit aktuell 113 Punkten nach 52 Hauptrundenspielen führen die Haie die DEL-Tabelle unangefochten an. Die Bestmarke der Adler Mannheim aus 2019 liegt zum Greifen nah – doch nach dem 0:1 gegen Berlin und dem 1:5-Debakel in Mannheim am Freitag davor sitzt der Stachel tief. Zwei Auswärtsspiele bleiben: am Freitag bei den Grizzlys Wolfsburg, am Sonntag bei den Straubing Tigers.

Einen Rekord haben die Rheinländer in dieser Saison allerdings bereits eingetütet. Der europäische Zuschauerrekord in der Hauptrunde gehört Köln – im Schnitt 18.112 Zuschauer pro Heimspiel in der Lanxess-Arena. Das ist eine Zahl, die bleibt, egal was in Wolfsburg und Straubing passiert.

Die Eisbären hingegen atmen durch. Die direkte Playoff-Qualifikation war vor diesem Wochenende noch nicht in trockenen Tüchern. Drei Punkte aus Köln – das ist kein schlechter Anfang, um das zu ändern.