Eisbären boxen mannheim nieder – fernduell um platz 6 wird zum krimi

Zwei Tage vor dem letzten Hauptrundenduell haben die Eisbären Berlin ihre Play-off-Route selbst in der Hand. Der Meister schlug die Adler Mannheim am Vorabend mit 4:2, behauptete Rang sechs und schickte die Pinguins aus Bremerhaven in den wohl längsten Nachtdienst der Saison.

Die 14.200 in der ausverkauften Arena am Ostbahnhof ahnten schon nach sieben Minuten, dass dieser Abend kein Schaulaufen werden würde. Kai Wissmann knallte Eric Hördlers Querpass unter die Latte, doch Justin Schütz und Marc Michaelis drehten die Partie innerhalb von sechs Minuten. 1:2 nach 20 Minuten – und die Berliner Kanone wirkte plötzlich verrostet.

Veilleux zündet den turbo – lancaster nutzt die machtpause

Nach der Pause wechselte Trainer Serge Aubin die Reihen, stellte Yannick Veilleux neben Noebels und Hördler. Die Mischung funktionierte: Veilleux flog über die linke Seite, zog aus spitzen Winkel ab – 2:2. Die Stimmung kochte, die Checks wurden härter, und als Lester Lancaster in der 38. Minute die Scheibe von der blauen Linie durch drei Körper ins Netz drosch, stand die Halle Kopf. Überzahl verwandelt, Führung Berlin – die Adler wirkten erstmals müde.

Im Schlussdrittel jagte Mannheim den Ausgleich, zog den Goalie sieben Sekunden vor Ende, doch Marcel Noebels schob aus 65 Metern ins leere Gehäuse. 4:2 – die Eisbären jubelten, die Bremerhavener jubelten im Geiste mit, denn nun trennt nur noch zwei Zähler die Rivalen. Das Fernduell lebt.

Kölner rekordjagd bleibt eine fata morgana

Kölner rekordjagd bleibt eine fata morgana

Während in Berlin die Sirene schrillte, rutschte der Hauptrundensieger aus Köln erneut aus. Die dritte Niederlage in Serie verhindert die 116-Punkte-Marke, die seit Wochen als magische Grenze galt. München indes schraubte sich mit einem zweistelligen Kantersieg in die Top-Four-Zone. Die Play-off-Tore fallen jetzt im Minutentakt – und keiner traut sich mehr auf eine Prognose.

Am Freitag fällt der Vorhang: Die Eisbären gastieren in Iserlohn, die Pinguins empfangen Straubing. Ein Punkt genügt Berlin, um das Ticket sicher zu klauen. Verlieren sie, winkt Bremerhaven die Chance, sich mit einem Sieg selbst ans Ziel zu schieben. Die Liga liefert das Finale, das sie versprochen hat – mit Schweiß, Schlittschuhen und einem Hauwmich-Krimi bis zur letzten Sekunde.