Eisbären berlin gehen in straubing unter: 1:5 zum playoff-start
Nach 116 Sekunden
war die Partie im Grunde schon entschieden. Die Eisbären Berlin reisten zum Playoff-Auftakt nach Straubing und wurden von den Tigers in den ersten zwei Minuten regelrecht überrollt – 0:3 stand es auf der Anzeigetafel, bevor die meisten Zuschauer im Eisstadion am Pulverturm überhaupt begriffen hatten, was gerade passierte. Am Ende: eine bittere 1:5-Niederlage in Spiel eins der Best-of-Seven-Serie.Drei tore in weniger als zwei minuten – ein historischer tiefpunkt
Es begann mit einem Nachschuss nach 44 Sekunden, den Eisbären-Goalie nicht mehr abwehren konnte. Dann folgte Tyler Madden mit dem 2:0 nach einem sauberen Doppelpass – weitere 43 Sekunden später. Und als wäre das nicht genug, prallte ein Straubinger Schuss von der Bande direkt auf Tim Brunnhuber, der nur noch einschieben musste. Drei Tore, 116 Sekunden gespielt. Die Berliner kassierten damit den schnellsten 0:3-Rückstand in der Geschichte der DEL-Playoffs.
Trainer Serge Aubin stand an der Bande und malträtierte konsterniert seinen Kaugummi. Was seine Mannschaft auf dem Eis zeigte, war kein Eishockey – es war kollektiver Tiefschlaf. Die Handlungsschnelligkeit tendierte gegen null, die Fehlerquote war erschreckend hoch, und Straubing bestrafte jeden davon eiskalt.

Das muster setzte sich durch alle drei drittel fort
Wer hoffte, der Schock würde die Berliner wachrütteln, wurde enttäuscht. Zu Beginn des zweiten Drittels brauchten die Tigers keine drei Minuten, um durch Danjo Leonhardt auf 4:0 zu erhöhen. Im Schlussdrittel dauerte es dann sogar nur 70 Sekunden, bis Nick Halloran nach einem Puckgewinn von Madden in der neutralen Zone zum 5:0 traf.
Das Powerplay der Berliner, ohnehin das schwächste der gesamten DEL in dieser Saison, war auch in Straubing eine Zumutung. Zwei-gegen-eins, Drei-gegen-eins – die Berliner spielten jede Überzahlsituation schlecht aus. Das einzige Tor des Abends für die Hauptstädter erzielte Kai Wissmann in der 55. Minute – ein abgefälschtes Zufallsprodukt, das die Niederlage lediglich kosmetisch auf 1:5 korrigierte.

Stau vor dem spiel, chaos auf dem eis
Dabei hatten die Eisbären schon vor dem Anpfiff Pech: Auf dem Weg zur Halle standen sie im Stau. Ein schlechtes Omen, wie sich herausstellte. Denn auch auf dem Eis kamen die Berliner nie richtig an. Straubing, das in seiner Playoff-Geschichte noch nie eine Serie gegen die Eisbären gewonnen hat, wirkte von der ersten Sekunde an schärfer, hungriger und entschlossener.
Immerhin: Körperlich ließen sich die Berliner nicht alles gefallen. Yannick Veilleux streckte den Straubinger Adrian Klein in einem Faustkampf nieder. Ein kleiner Lichtblick in einer ansonsten trostlosen Vorstellung – aber kein Ergebnis, das die Niederlage in irgendeiner Form abmildert.

Freitag in berlin: pflichtaufgabe wiedergutmachung
Spiel zwei findet am Freitag, 27. März, um 19:30 Uhr in der heimischen Arena am Ostbahnhof statt. Die Eisbären müssen liefern – und das vor eigenem Publikum, das nach dieser Vorstellung in Straubing zu Recht kritische Fragen stellen wird. Wer in 116 Sekunden dreimal überwunden wird, muss in Spiel zwei beweisen, dass das kein strukturelles Problem ist, sondern ein einmaliger Aussetzer. Die Tigers hingegen fahren nach Hause mit dem Selbstvertrauen einer Mannschaft, die gerade gezeigt hat: Sie sind bereit. Und Berlin war es nicht.
