Eintracht-frauen verspielen traumstart: bremen dreht 0:2-rückstand in 4:2-krimi
Die Eintracht Frankfurt Frauen haben sich am Samstag selbst aus der Champions-League-Zone geschossen. Nach 26 Minuten führten die Hessen bei Werder Bremen noch 2:0 – 64 Minuten später standen sie mit leeren Händen da und einem 2:4 auf der Anzeigetafel. Es war der dritte Rückschlag in einer Woche, der die ohnehin fragile Moral des Teams auf das nächste Level der Zerreißprobe hebt.
Ein doppelschlag vor der pause wird zur zäsur
Nicole Anyomi und Rebecka Blomqvist hatten die Gäste mit zwei blitzsauberen Treffern in Führung geschossen, die wie ein Vorsprung für zwei Spiele aussah. Doch was folgte, war ein Lehrstück über die Unberechenbarkeit des Frauenfußballs. Larissa Mühlhaus, bis dahin kaum in Erscheinung getreten, netzte zweimal binnen 120 Sekunden vor dem Pausenpfiff – ein Linksschuss aus 16 Metern, dann ein Nachschuss nach einem geblockten Freistoß. Die Frankfurter Defensive stand plötzlich wie ein Kartenhaus im Wind.
Nach dem Seitenwechsel brauchte Bremen nur sieben Minuten, um die Wende perfekt zu machen. Mara Alber erlöste die Grün-Weißen mit einem Abstauber, nachdem SGE-Keeperin Lina Altenburg einen Standard unterschätzt hatte. Die Eintracht, sonst so sicher in der Ballmitnahme, verlor fortan jeden Zugriff auf Tempo und Raum. Medina Desic schraubte in der Nachspielzeit das 4:2-Endresultat auf – ein Schuss, der wie ein Schlusspunkt unter eine verpatzte Woche setzte.

Tabellenlage wird zur geduldsprobe
Die Frankfurterinnen bleiben zwar Dritter, aber der Abstand zu den Verfolgern schrumpft auf einen Punkt. Bremen hat ein Spiel weniger, Hoffenheim sogar zwei. Die Rechnung ist simpel: Verliert die Eintracht am kommenden Wochenende in Potsdam, kann sie am vorletzten Spieltag außerhalb der Qualifikationsränge liegen. Trainer Niko Arnautidis redete nach dem Schlusspfiff von „Kopfarbeit“, doch die Daten sprechen eine andere Sprache: In den letzten fünf Ligapartien holte sein Team nur vier Punkte – Tendenz fallend.
Die nächste Woche wird zum Belastungstest. Am Mittwoch Pokal-Achtelfinale in Wolfsburg, am Sonntag das vermeintliche Endspiel gegen die Turbine. Wer dann noch von Selbstvertrauen schwafelt, hat die letzten 90 Minuten nicht gesehen. Frankfurt hat die Qualifikation nicht mehr in der eigenen Hand – und das ist die bitterste Erkenntnis nach einem Tag, der mit 2:0 begann und mit einer Faust in den Magen endete.
