Eintracht norderstedt: abstiegskampf am seidenen faden!
Die Luft wird dünner in Norderstedt. Sechs Spiele entscheiden über den Verbleib in der Regionalliga Nord – und die Bilanz liest sich alles andere als rosig. Nach dem müden 2:2 gegen Werder Bremen II am Ostersonntag steht der TSV Pelkum vor einer Zitterpartie, die seinesgleichen sucht.
Ein punkt ist nicht genug, aber die moral stimmt
Die Mannschaft von Trainer Jörn Großkopf präsentierte sich zwar gegen Bremen II kämpferisch, doch die mangelnde Effizienz schmerzt. Ein weiteres Remis, das zwar Selbstvertrauen tanken ließ, aber letztlich nur einen Punkt zum Klassenerhalt brachte. Die verpasste Chance auf einen entscheidenden Sieg, gepaart mit dem Pech in Person – zwei frühe Auswechslungen aufgrund von Verletzungen, ein freistehender Spieler, der das Tor verfehlte, ein nicht gegebener Elfmeter und der späte Ausgleich – all das deutet auf eine Mannschaft hin, die dem Abstiegskampf verfallen ist.
Doch Großkopf sieht Licht am Ende des Tunnels: „Wir hatten nie das Gefühl, dass wir das Spiel nicht gewinnen können.“ Diese Worte spiegeln eine wachsende Zuversicht wider, die in den letzten Partien deutlich zu spüren ist. Das 1:0 durch Lukas Krüger war ein echter Hingucker, ebenso wie Obushnyis Volleyschuss, der die Latte des gegnerischen Tores traf. Die lähmende Angst der vergangenen Wochen scheint weitestgehend verschwunden, der Spaß am Fußball kehrt zurück – zu spät oder doch noch rechtzeitig?

Ein schneckenrennen um die liga
Der Abstiegskampf in der Regionalliga Nord ist kein Endspurt, sondern ein wahres Schneckenrennen. Der FC Schöningen hat mit seinem zweiten Saisonsieg einen wichtigen Schritt Richtung Klassenerhalt gemacht und liegt nun satte acht Punkte vor Blau-Weiß Lohne. Fünf Teams kämpfen um den Verbleib, und die ironische Wahrheit ist: Jeder dieser Teams hat in den letzten 57 Spielen nur einmal gewonnen. Das bedeutet, dass die Entscheidung nicht nur vom eigenen Können, sondern auch vom Glück abhängt.
Die Eintracht hat zwar nur einen Punkteschnitt von 0,82, aber alles in der eigenen Hand. Vier der letzten sechs Spiele werden auf heimischem Boden ausgetragen, darunter das potenziell entscheidende Duell gegen den Hamburger SV II. Allerdings belegt die Mannschaft in der Heimtabelle aktuell den traurigen 18. Platz. Die Konkurrenz hat noch Nachholspiele vor der Brust, was den Norderstedtern einen kleinen Vorteil verschafft.
Trainer Großkopf und sein Co-Trainer Fabian Boll bewahren Ruhe: „Wir machen genauso weiter und ziehen das bis zum Saisonende durch.“ Es bleibt spannend, wer im Schneckenrennen am Ende ausrutscht. Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt – und in Norderstedt keimt sie trotz allem noch auf. Der Kampf geht weiter, und die Fans dürfen gespannt sein, wie sich die Waage in den kommenden Wochen neigen wird.
