Eintracht frankfurt: hellmann fordert kurswechsel – 'schärfe' statt 'slapstick'

Frankfurt – Nach einer verkorksten Saison und dem enttäuschenden Abgang von Trainer Albert Riera steht Eintracht Frankfurt vor einem Umbruch. Vorstandssprecher Axel Hellmann hat anlässlich seiner Vertragsverlängerung deutlich gemacht, dass es in nahezu allen Bereichen Veränderungen geben wird. Der Fokus liegt nun auf der Rückgewinnung von Ansehen und der sportlichen Neuausrichtung.

Die saison als lehrstunde: was muss sich ändern?

Hellmann ließ bei der Pressekonferenz keine Zweifel daran, dass die vergangene Saison eine Zäsur darstellt. Er sprach von einem „Slapstick-Charakter“, der nicht nur auf die Arbeit von Riera zurückzuführen sei, sondern systemische Fehler aufzuzeigen habe. Von Fehlentscheidungen im Vorstand über die taktische Ausrichtung bis hin zum Verhalten einiger Fans im Pyro-Eklat gegen Stuttgart – die Eintracht muss sich breiteren Fragen stellen.

„Es hätte nicht nur einen Ruck bedurft, sondern eine andere Form des Miteinanders“, erklärte Hellmann, anspielend auf die Schwierigkeit, die Situation während der Saison noch zu retten. Die Erkenntnis, dass die Eintracht durch die Ereignisse einen erheblichen Imageschaden erlitten hat, ist angekommen. Doch Hellmann betont, dass es keine Unternehmenskrise gab – lediglich eine sportliche.

Hütter-comeback und krösche im fokus: wer trägt die verantwortung?

Hütter-comeback und krösche im fokus: wer trägt die verantwortung?

Die Personalentscheidung des Vorstands ist bereits gefallen: Adi Hütter kehrt als neuer Trainer zurück an die Main. Hellmann betonte seine persönliche Präferenz für Hütter, was die Rolle von Sportvorstand Markus Krösche noch weiter unterstreicht. Krösche trägt nun die Hauptverantwortung für die sportliche Neuausrichtung. Aufsichtsrat Mathias Beck bekräftigte sein vollstes Vertrauen in Krösche, obwohl Ex-Aufsichtsrat Wolfgang Steubing ihn in der Bild-Zeitung als „Flugadler“ bezeichnete – ein Begriff, der eine baldige Abwanderung andeutet.

Doch Hellmanns Worte lassen keinen Zweifel daran: Die Eintracht braucht mehr als nur einen neuen Trainer. „Wir brauchen mehr Schärfe und Intensität“, forderte er, und betonte die Notwendigkeit, „mehr Griffigkeit ins ganze System“ zu bringen. Die strukturelle Umorganisation der Eintracht hat bereits begonnen, sowohl im sportlichen Bereich als auch im Staffing. Es gilt, Fehler der Vergangenheit zu korrigieren und eine solide Basis für die Zukunft zu schaffen.

Die Pyro-Vorfälle im letzten Saisonspiel verdeutlichen dabei die Dringlichkeit, auch im Bereich der Fankultur Veränderungen vorzunehmen. Hellmann sprach von einer „veränderten Welt“, da die Konsequenzen nun konkrete Verletzungen betreffen und die Eintracht haftungsrechtlich in Bedrängnis geraten könnte. Ein harsches Vorgehen gegen Pyrokriminalität ist unausweichlich, ohne jedoch die Stehplätze im Stadion in Frage zu stellen.

Die Eintracht steht vor einer neuen Ära. Mit Axel Hellmann an der Spitze und einem verstärkten Fokus auf Professionalität und Disziplin soll die 'Schärfe' zurückkehren – und der 'Slapstick' endgültig der Vergangenheit angehören.