Ehrgeiz trotz krankheit: 15-jähriger pfeift fußballspiele – traum serie a im visier!
Mailand – Ein außergewöhnlicher Junge erobert die Fußballwelt. Michele Croce, gerade einmal 15 Jahre alt, trotzt einer seltenen Knochenerkrankung und lebt seinen Traum als Schiedsrichter aus. Seine Geschichte ist ein Beweis dafür, dass Leidenschaft und Willenskraft Hindernisse überwinden können – und vielleicht bald die Serie A erreicht.

Der traum begann auf dem pausenhof
Schon in der Grundschule bewies Michele sein Talent und seine Leidenschaft für den Fußball. Während der Sportstunden leitete er die Spiele seiner Mitschüler, ein Zeichen dafür, dass er nicht nur das Spiel verstand, sondern auch die Autorität besaß, es zu leiten. Dieser frühe Start legte den Grundstein für seine heutige Karriere.
Nach der Grundschule absolvierte er erfolgreich die Kurse der Aia (Associazione Italiana Arbitri) und bestand die Prüfung für den Csi (Comitato Sportivo Italiano). Das war erst der Anfang. Sein Ziel: Ein Einsatz in der italienischen Fußballelite, der Serie A. Die Reaktion seiner Eltern war zunächst Überraschung, doch sie unterstützten ihn von Anfang an.
Einzigartig in seiner Art: Der Schiedsrichter im Rollstuhl Michele ist der erste Schiedsrichter, der in einem Rollstuhl auf dem Platz steht. Er selbst sagt: „Während mancher Aktion bin ich sogar schneller als die Spieler!“ Seine Erkrankung, Osteogenese Imperfecta – die sogenannte „Knochenkrankheit“ – führt zu extrem brüchigen Knochen, die bei jeder Bewegung brechen könnten. Doch Michele lässt sich davon nicht aufhalten. „Meine Situation war noch nie eine Grenze“, betont er selbstbewusst.
Es gab Hindernisse, insbesondere die vorgeschriebene körperliche Prüfung für Schiedsrichter, die er aufgrund seiner Erkrankung nicht absolvieren kann. Das bedeutet, dass ihm eine offizielle Zulassung für die Spiele des Figc (Federazione Italiana Giuoco Calcio) verwehrt bleibt. Ein Umstand, der die Frage aufwirft, ob es Zeit für eine Änderung der Regeln ist.
Michele ist bereits aktiv in den Csi-Ligen und hat bereits Freundschaftsspiele geleitet. Sein Debüt in einem offiziellen Spiel war ein unvergesslicher Moment: „Ich war total aufgeregt, habe die ganze Nacht kaum geschlafen.“ Das Spiel zwischen Vittoria Junior und 4 Evangelisti endete ohne gelbe Karten, und Michele zeigte sein Geschick bei der Anwendung der Regeln – sogar die Annullierung eines Tors aufgrund einer indirekten Freistoßsituation.
Fairness und Leidenschaft auf dem Platz „Die Aufgabe eines Schiedsrichters ist es, die Regeln durchzusetzen“, erklärt Michele. Er ist fair, aber konsequent. „Ich lasse spielen, fördere den Spielfluss und erlaube auch körperbetonte Zweikämpfe, solange sie korrekt sind. So haben es Spieler, Zuschauer und ich selbst am meisten Spaß.“
Seine Fußballhelden sind Yildiz und Dybala, und wie sein Vater, ist auch Michele Fan von Juventus Turin. Er schaut sich regelmäßig Videos von Alex Del Piero an, dessen legendäre Karriere er mit großer Bewunderung verfolgt hat. „Ich gehörte zu der Generation, die leider nie die italienische Nationalmannschaft bei einer Weltmeisterschaft jubeln sehen konnte“, bedauert er.
Michele ist überzeugt, dass die Zukunft des italienischen Fußballs in den jungen Talenten liegt. „Viele meiner Freunde spielen leidenschaftlich Fußball, haben aber nie die Chance gehabt, in die Jugendabteilungen der großen Vereine zu wechseln.“
Sein Idol ist Daniele Doveri, der er gerne einmal persönlich kennenlernen würde. Und auch die Video Assistant Referee (VAR)-Zentrale in Lissone steht auf seiner Liste. „Als begeisterter Fußballfan wäre es fantastisch, ein Spiel hinter all diesen Bildschirmen zu verfolgen.“
Michele Croce – der Name klingt schon jetzt gut. Und sein Traum ist klar: „Ich hoffe, dass die Aia die Regeln ändert. Bis dahin genieße ich es, mit den Jüngsten zu pfeifen. Als nächstes steht ein Spiel mit elf gegen elf auf dem Plan. Mit meinem Rollstuhl bin ich sicher, dass ich mit dem Tempo mithalten kann.“
Sein größter Wunsch für die Zukunft? „Ich hoffe, dass jedem, der meine Situation teilt, die Möglichkeit gegeben wird, seine Träume zu verfolgen – auf und neben dem Platz.“
