Ehf-boss wiederer schießt zurück: unprofessionelle kritik nach champions league vergabe
Ein offener Brief, der für Aufsehen sorgt: EHF-Präsident Michael Wiederer hat scharf auf die Kritik aus Deutschland an der Vergabe der EHF Champions League Plätze reagiert. Besonders das Verhalten von Bundesliga-Klubmanager Markus Schindler geriet in dessen Visier – und das aus gutem Grund, wie Wiederer argumentiert.

Die faktenlage: klare regeln, fehlende rückfragen
Schindler hatte die Vergabe der begehrten Plätze scharf kritisiert und von einer „unfassbaren Unprofessionalität“ gesprochen. Wiederer kontert nun: „Ist es die Aufgabe eines EHF-Präsidenten, auf Statements eines Klubmanagers zu reagieren? Nein, das ist es grundsätzlich nicht. Außer es ist einem wichtig, dass die Fakten richtig dargestellt werden.“ Er weist darauf hin, dass die Regeln für die Champions League Vergabe seit letztem Jahr klar definiert sind: Maximal drei Plätze pro Nation, wobei die Sieger der Champions League und European League aus dem jeweiligen Verband stammen müssen.
Das Problem: Anstatt sich an die EHF zu wenden und Rückfragen zu klären, scheint Schindler direkt mit Kritik um sich geworfen zu haben. Wiederer betont, dass die EHF jederzeit bereitsteht, Fragen zu beantworten und Informationen bereitzustellen – ein Angebot, das offenbar nicht angenommen wurde. „Im vergangenen Jahr wurde ein neues Spielsystem mit allen Interessensgruppen diskutiert, dann mit den Vertretern von Klubs, Ligen und Verbänden abgesprochen und im Oktober von der EHF-Exekutive bestätigt.“
Es ist ein bitterer Seitenhieb auf die Bundesliga, wenn man bedenkt, dass dort der Zweitplatzierte des Pokals einen internationalen Startplatz auf Kosten des Tabellensechsten erhält – ein System, das somit Parallelen zur EHF-Regelung aufweist. Wiederer stellt fest: „Man kann es kritisieren, man kann es nicht wollen, aber die Fakten sollte man kennen.“
Die Debatte zeigt einmal mehr, wie wichtig eine transparente Kommunikation und ein konstruktiver Dialog im Sport sind. Anstatt sich auf polemische Kritik zu verlassen, sollten Klubs und Verbände den Weg des Gesprächs wählen – zum Wohle des gesamten europäischen Handballsports.
