Eggert/müller verpassen heimsieg – österreich schreibt doppelsieg in altenberg
Ein Zehntel fehlte. Genauer: 0,150 Sekunden. So viel Rennzeit lag Toni Eggert und Florian Müller am Ende des zweiten Laufs hinter dem österreichischen Spitzen-Duo Thomas Steu/Wolfgang Kindl, und plötzlich war aus dem erhofften Saison-Ausklang auf heimischer Bahn nur noch Bronze geworden. Die 25 000 Zuschauer am Bergmannsberg hatten sich den ersten Sieg der Thüringer auf dem Kurs im Osterzgebirge gewünscht, doch die Alpinen trumpften auf.
Österreich stellt nicht nur die Sieger. Auch Juri Gatt/Riccardo Schöpf rutschen ins Ziel und drücken Eggert/Müller auf Platz drei. Ein Doppelsieg für die Nachbarn – so dominant war keine Nation seit der Vierschanzentournee 2018/19 mehr.
Gesamtweltcup ist längst entschieden – trotzdem gibt es kein freiluft
Die bereits feststehenden Gesamtweltcupsieger Tobias Wendl/Tobias Arlt verzichteten auf einen Start in Altenberg. Sie hatten sich die Kristallkugel in St. Moritz geholt – ihr siebter Gesamtsieg seit 2011. Für Eggert/Müller bleibt trotzdem die Erkenntnis: Der Abstand ist klein, doch die Konkurrenz größer geworden.
Während die Thüringer nach dem ersten Lauf noch auf Silber lagen, rutschte ein minimaler Fehler in Kurve neun sie auf den dritten Rang herunter. „Wir haben alles reingehauen, aber die Österreicher waren heute eine Spur schneller“, sagte Eggert. Die Reaktion folgte prompt: „Nächstes Jahr starten wir hier mit neuem Material – versprochen.“
Hinten raus war der Tag bitter. Hannes Orlamünder/Paul Gubitz, frisch gebackene Weltmeister, verpassten nach einem Fahrfehler im zweiten Lauf das Podium deutlich und landeten nur auf Rang zehn. Die Junioren-Weltmeister Louis Grünbeck/Maximilian Kührt bewiesen Nerven, kamen als Elfte (+1,460) und sammelten wertvolle Weltcup-Luft.
Die Bilanz des Winters: Deutschland holt fünf Einzelsiege, Österreich holt sich mit dem Doppelsieg in Altenberg die Krone. Eggert/Müller beenden die Saison als Vizeweltcup-Zweite – ein Resultat, das Stolz und Stachel zugleich sind.
