Edmonton schlägt ohne draisaitl zurück – playoff-hoffnung lebt
Die Edmonton Oilers haben bewiesen, dass sie auch ohne Superstar Leon Draisaitl gewinnen können. In der Nacht zum Mittwoch besiegten sie die San Jose Sharks mit 5:3 und stoppten die Panik nach Draisaitls schwerer Unterkörperverletzung.
Die vierte reihe rückt in den fokus
Trainer Kris Knoblauch ließ seine Stimme nicht zittern. „Niemand wird Leon ersetzen. Das wird nicht passieren“, sagte er nach dem Spiel. Stattdessen setzte er auf eine kollektive Lösung: Jeder ein bisschen besser. Die sogenannte vierte Reihe lieferte das entschehende Energiepaket und erzielte zwei Tore in Folge, als die Sharks auf 3:4 herangekommen waren. Die Fans in Rogers Place feierten jeden Check, jeden Schlagschuss, als wäre es ein Playoff-Treffer.
Draisaitl hatte sich die Blessur am Sonntag beim Hit gegen die Bande zugezogen. Die Oilers verloren zwar sofort ihren besten Scorer, gewannen aber genau deshalb an innerer Spannung. Die Mannschaft schloss sich zusammen, wie man es sonst nur aus Filmen kennt. Die Frage aller Fragen lautet nun: Reicht die Zeit bis zum 16. April, dem letzten Hauptrundenspiel? Knoblauch sagt knapp: „Wir bewerten neu, wenn die Playoffs vor der Tür stehen.“

Sturm und grubauer kämpfen auf der kippe
Die deutsche Betroffenheit bleibt trotzdem hoch. Marco Sturm assistiert bei den Boston Bruins, die in der Verlängerung gegen Montréal mit 2:3 unterlagen – schon die zweite Overtime-Niederlage in Serie. Die Bruins rutschen auf den letzten Wild-Card-Platz herunter. Jeder Punkt zählt doppelt, jeder Fehler nagt an der Nervenhülle.
Philipp Grubauer erlebte ein ähnliches Drama. Seattle Kraken kassierte eine 2:6-Klatsche gegen Tampa Bay und bleibt ebenfalls auf einem Wild-Card-Rang. Grubauer sah bei vier Gegentoren keine Chance, die Defense wirkte wie gelähmt. Die Saison kann für beide deutschen Beteiligten innerhalb von 24 Stunden in zwei Richtungen kippen: entweder Playoff-Kracher oder Sommerurlaub.
Die Oilers haben nun zwei Siege in Folge, der Glauben wächst. Die Verletzung des deutschen Stars könnte sich als Stresstest entpuppen, der Edmonton gerade recht kommt. Die anderen Teams sind gewarnt: Wer glaubt, dass ohne Draisaitl Schluss ist, unterschätzt den kollektiven Biss der Kanadier.
