Dynamic duos der national league: wer trägt sein team wirklich?

Wenn die Regular Season auf ihre letzten Runden zusteuert, zeigt sich, wer wirklich Verantwortung übernimmt. Ich habe die Scorerpunkte der produktivsten Schweizer-Import-Duos aller vierzehn National-League-Teams unter die Lupe genommen – und das Ergebnis ist ernüchternd für manche, glorreich für andere.

Lugano und lausanne thronen über der liga

Ganz oben steht der HC Lugano mit dem produktivsten Duo der gesamten Liga. Luca Fazzini (45 Punkte) und Zach Sanford (43 Punkte) kommen gemeinsam auf 88 Scorerpunkte – ein Wert, der die direkte Playoff-Qualifikation der Tessiner mehr als erklärt. Fazzini spielt die beste Saison seiner Karriere. Punkt.

Dicht dahinter lauert Lausanne HC mit 86 Punkten. Was dieses Duo besonders macht: Théo Rochette und Austin Czarnik liefern exakt je 43 Punkte – eine Symmetrie, die jeden Gegner in taktische Schwierigkeiten bringt. Dahinter warten mit Erik Brännström (40 Punkte) und Ahti Oksanen (39) noch zwei weitere Imports, die nicht schlafen. Das ist Tiefe.

Hc davos und der produktivste spieler der ganzen liga

Hc davos und der produktivste spieler der ganzen liga

Matej Stransky ist aktuell der beste Scorer der National League – und dass der Tscheche ausgerechnet in Davos spielt, erklärt vieles über die aktuelle Tabellenführung der Bündner. Mit 48 Punkten führt er das Duo mit Enzo Corvi (34 Punkte) zu insgesamt 82 Zählern. Das ist Platz drei im Ranking – und gleichzeitig ein Beweis dafür, dass Davos nicht nur auf Tradition, sondern auf echte Klasse setzt.

Zsc lions und evz: gut, aber mit luft nach oben

Zsc lions und evz: gut, aber mit luft nach oben

Die ZSC Lions als Meisterkandidat landen auf Platz fünf. Denis Malgin (41 Punkte) und Jesper Frödén (31 Punkte) ergeben 72 Zähler – ein ordentlicher Wert für ein Team, das kollektiv stark ist. Trotzdem: Für einen Titelanwärter dürfen die Imports in den Playoffs noch eine Schippe drauflegen.

Der EV Zug teilt sich mit Fribourg-Gottéron 71 Punkte, benötigte dafür aber nur 91 Spiele. Dominik Kubalik (39 Punkte) und Gregory Hofmann (32 Punkte) sind eine der gefährlichsten Flügelzangen der Liga – wenn beide gleichzeitig in Fahrt kommen, wird es für jeden Gegner ungemütlich. Das Problem: Das passiert noch zu selten.

Die mittelklasse kämpft um play-in-plätze

Die mittelklasse kämpft um play-in-plätze

Interessant ist die Gruppe zwischen Platz sechs und zehn. Genève-Servette und EHC Biel liegen mit je 64 Punkten gleichauf – aber mit einem entscheidenden Unterschied. In Genf trägt Markus Granlund (47 Punkte) das Duo fast im Alleingang. Simon Le Coultre steuert als produktivster Schweizer lediglich 17 Punkte bei. Das ist eine Schieflage, die in den Playoffs teuer werden kann.

Bei Biel hingegen überzeugen Lias Andersson (37 Punkte) und Gaetan Haas (27 Punkte) vor allem durch Spielintelligenz. Keine Showtime-Nummern, aber verlässliche Arbeit – und die hält den EHCB knapp über dem Play-In-Strich.

Eine echte Überraschung liefern die SCL Tigers auf Platz vier. André Petersson (40 Punkte) und Dario Rohrbach (33 Punkte) kommen auf 73 Zähler. Rohrbach hat sich im Vergleich zur Vorsaison nochmals gesteigert – für ein Team aus Langnau ist das bemerkenswert.

Sc bern: das bittere schlusslicht

Sc bern: das bittere schlusslicht

Und dann ist da noch der SC Bern. Marc Marchon (21 Punkte) und Victor Ejdsell (28 Punkte) – zusammen 49 Scorerpunkte. Letzter Platz im Ranking. Die Zahlen lügen nicht: Beim SCB haben vor allem die Imports die Erwartungen klar verfehlt. Von einem Import-Stürmer werden Tore und Vorlagen verlangt, keine Bescheidenheit. 28 Punkte von Ejdsell sind für einen Topverdiener in der National League zu wenig. Der Hauptstadtklub zahlt dafür gerade einen sportlichen Preis, der schmerzt.

Das Ranking zeigt: In der National League entscheidet nicht das Budget, sondern die Effizienz der Schlüsselspieler. Lugano hat das verstanden – der Rest darf sich das ruhig zweimal anschauen.