Dybala wirft hin: operation in stunden, saison auf kante
Paulo Dybala gibt auf. Nach dem nächsten Knie-Knall beim ersten Mannschaftstraining meldete er sich freiwillig zur Arthroskopie – und beendet damit jede Hoffnung auf ein ruhiges Finale seiner Romaniade.
Der zeitplan ist gnadenlos knapp
Donnerstagfrüh, 7.42 Uhr, Villa Stuart. Dybala trägt Kapuze, sein Schritt wirkt schwerer als sonst. Kein Begleiter, kein Klub-PR-Mann, nur ein Physio. Die Klinik kennt er inzwischen besser als die Kabine. Drei MRT in fünf Tagen, ein Befund, der nicht lügt: freier Gelenkkörper und entzündete Synovia. Wer ihm zuhörte, beschreibt einen Spieler, der „die Nase voll“ habe. Also unters Messer. Eingriff um 9 Uhr, Dauer: maximal 60 Minuten. Ausfall: vier Wochen, vielleicht fünf. Das bedeutet: kein Lazio-Derby, kein Conference-League-Achtelfinale, vielleicht noch die letzten fünf Serie-A-Spiele – wenn alles glattläuft.
Für Atalanta ist der Schmerz doppelt. Gasperini verliert seinen Torschützenkönig genau in der Phase, in der die Europa-League-Plätze vergeben werden. Die „scossa“ – jenes stechende Gefühl, als würde das Knie kurz ausrutschen – war beim einfachen Slalomlauf gestern wieder da. Trainerstab und Mediziner hatten noch am Abend die Leine gezogen. Der argentinische Weltmeister von 2022 lässt sich diesmal von niemandem mehr bremsen.

Totti taucht auf – zufall oder botschaft?
Kurios: Minuten nach Dybala schlüpft ein zweiter Star durch die Seitentür der Klinik: Francesco Totti. Er wischt ab: „Nein, ich bin nicht der Ersatzmann.“ Lacht, doch die Frage liegt in der Luft. Rom liebt Dramen, und die Bilder vom „Capitano“ und der „Joya“ am selben Ort lassen Tifosi wieder von der Schicksalsstory träumen. Realität aber: Roma muss bis Anfang April ohne ihren besten Torschützen auskommen. Die Zahlen sind brutal: 16 Treffer, 10 Assists – 56 % aller Roma-Tore trugen seine Handschrift.
Der Vertrag läuft im Juni aus. Gespräche über ein neues Angebot waren bislang verhalten, die Ablösesumme lag bei 20 Millionen Euro. Nach dieser Episode dürfte die Führung den Stift wieder in der Tasche lassen. Die Angst, einen erneuten Ausfall in der entscheidenden Saisonphase zu erleben, ist größer als das Risiko, ihn ablösefrei ziehen zu lassen.
Für Dybala selbst bleibt nur die harte Tour: Schon am Freitag soll die Reha in Trigoria beginnen, sechs Stunden täglich – Pool, Bike, Kraft. Die Knieumkehr wird zum Endspiel seiner Karriere in Italien. Und niemand wagt momentan eine Prognose, ob er danach noch einmal das Trikot der Roma tragen wird.
