Dsv plant den nächsten coup: ruhpolding soll biathlon-wm zurückholen – aber nicht vor 2032

Ruhpolding liegt wieder im Rennen. Der Deutsche Skiverband (DSV) will die Biathlon-Weltmeisterschaften zurück in den Chiemgau holen – allerdings mit einer Verspätung von fast einem Jahrzehnt. Erst 2032 oder 2033 soll das Spektakel auf der Chiemgau-Arena stattfinden, wie DSV-Präsident Jörg Flechtner am Rande der aktuellen Saison bestätigte.

Warum ruhpolding? weil der ort längst zur legende wurde

Die Zahlen sprechen für sich: Sechs Mal schon war die Gemeinde Ausrichter von WM-Titelkämpfen, zuletzt 2012. Mehr als 200.000 Zuschauer strömten damals an die Strecke, ein Rekord, der bis heute ungebrochen ist. „Ruhpolding steht für Qualität, Erfahrung und Begeisterung“, sagt Flechtner – und meint damit nicht nur die perfekt präparierten Loipen, sondern auch die einzigartige Kulisse, die Athleten und Fans gleichermaßen in Bann zieht.

Doch es gibt einen Haken. Die Entschelung hängt von einem anderen Großereignis ab. Der DSV hat bereits beim Internationalen Skiverband (FIS) eine Kombi-WM 2031 mit Oberstdorf im Visier – Nordische Ski-WM und Biathlon-WM unter einem Dach. Gelingt diese Bewerbung, rückt Ruhpolding automatisch später in den Fokus. Die Unterlagen für die Biathlon-WM müssen spätestens Mai 2028 bei der IBU liegen, der finale Verdikt fällt im Herbst 2028.

Die stunde der wahrheit kommt früher als gedacht

Die stunde der wahrheit kommt früher als gedacht

Für Flechtner ist das Timing zentral: „Wir müssen jetzt liefern, sonst verpassen wir den Anschluss.“ Die Konkurrenz schläft nicht. Frankreich, Schweden und sogar China haben bereits Interesse für die Jahre 2032/33 signalisiert. Und die IBU schaut genau hin: Welches Land bietet nachhaltige Infrastruktur? Welche Location sichert TV-Präsenz und digitale Reichweite? Ruhpolding mag Traditionsort sein – aber Tradition reicht nicht, wenn die Technik hinterherhinkt.

Ein Blick in die Kassen des DSV zeigt: Die Reserve ist gespürbar gefüllt. Die Vermarktung der Biathlon-Weltcup-Station im vergangenen Winter brachte laut Verbandsangaben 4,3 Millionen Euro ein. Ein Teil des Geldes ist bereits in die Sanierung der Stadiontribüne geflossen, doch für eine WM braucht es mindestens 15 Millionen Euro zusätzlich. Flechtner bleibt gelassen: „Wir haben Partner, die mitziehen. Und wir haben die Fans, die treu sind.“

Die Athleten jedenfalls warten gespannt. Denise Herrmann-Wick sagte kürzlich in Antholz: „Ruhpolding ist wie ein zweites Wohnzimmer. Die Stimmung ist laut, fair und einfach biathlon-like.“ Für sie und viele andere wäre eine Rückkehr der WM nach Bayern mehr als nur ein Heimspiel – es wäre eine Heimkehr in die DNA des Sports.

Die Uhr tickt. Noch 1.700 Tage bis zur Deadline. Noch 2.400 Tage bis zur möglichen Eröffnung. Für Ruhpolding beginnt jetzt der längste Sprint seiner Geschichte.