Drei tore, acht torhüter: barças sommer-debakel im kasten
Barcelona wacht zum zweiten
Mal in Serie mit einem Torwart-Overbooking auf. Diesmal droht die Lage noch chaotischer auszufallen als 2025 – acht Profis buhlen um maximal drei Plätze im Kader. Hansi Flick hat bereits klargestellt, wer Nummer eins bleibt: Joan García.Der spanische zamora-gewinner fühlt sich pudelwohl
Er kam, sah und parierte. In seiner ersten Saison als Blaugrana holte der 25-jährige Sallenter den Zamora-Trophäe, stand im WM-Kader Spaniens und hielt 21 Mal das Tor sauber. Flick installierte ihn sofort zur unumstrittenen Nummer eins. „Joan bleibt der Boss im Tor“, sagte der Deutsche vor wenigen Tagen und ignorierte damit sämtliche Rückkehrer. Garcías Vertrag läuft bis 2030, eine Ausleihe ist keine Diskussion wert.
Dahinter wartet Wojciech Szczęsny, dessen Vertrag bis 2027 datiert. Der Pole musste zuletzt zwar nur sporadisch ran – vor allem während Garcías Rückenbeschwerden im Herbst –, doch sein Erfahrungsschatz und seine Ruhe im Umfeld sind Gold wert. Die Frage lautet: braucht man einen 36-jährigen Luxus-Ersatz, wenn der Kader sonst quillt?

Ter stegen kehrt – und weiß nicht, wohin
Marc-André ter Stegen landet nach einer gescheiterten Leihe zum FC Girona zurück. Die Saison 2025/26 war für ihn ein Scherbenhaufen: Kreuzbandriss, zwei Muskelbündelrisse, null Länderspiele, kein WM-Ticket. Sein Vertrag gilt bis 2028, sein Marktwert sackte von 45 auf 18 Millionen Euro. Barça würde verkaufen, doch die Gehaltsstruktur von 18 Mio. Euro netto pro Jahr verhagelt jeden Deal.
„Ich bin Profi und werde mich voll reinhängen“, sagte ter Stegen gestern im Trainingslager in Platja d’Aro. Doch selbst seine engsten Berater gestehen hinter vorgehaltener Hand ein: „Ohne Europapokal-Fußball wird er keine 25 Pflichtspiele bekommen. Dann kommt die EM 2028 in Gefahr.“

Jugend im ausverkauf? drei weitere leih-rückkehrer pochen auf einsatzzeit
Iñaki Peña kommt vom Elche zurück – 16 Pflichtspiele, sechs Gegentore pro 90 Minuten, kein einziger Klasse-Akt. Sein Vertrag läuft bis 2029, der Klub winkt bei 15 Millionen Ablöse. Ander Astralaga endet die Leihe in Granada, sein Kontrakt dagegen am 30. Juni. Der Baskische Nationaltorhüger hat 90 Tage, um sich einen neuen Verein zu suchen – sonst droht ein Leerlaufjahr.
Die beiden Youngster Diego Kochen (19) und Eder Aller (20) wurden 59 Mal ins Profi-Aufgebot berufen, spielten aber nur im Pokal. Für sie ist die Devise klar: Leihe oder Verkauf mit Rückkaufoption. „Wir können nicht acht Torhüter durch die Gegend karren“, erklärte Sportdirektor Deco nach dem gestrigen Testspiel gegen Manchester United.
Am Ende bleibt die nüchterne Rechnung: Barcelona will die Gehaltsmasse im Tor um 40 Prozent reduzieren. Ein Neuanfang mit García, Szczęsny und einem jungen Talent wirkt wie die einzig schmerzfreie Lösung – doch Ter Stegens Aura und Vertrag blockieren den Weg. Wenn nicht bald ein Klub zuschlägt, droht ein weiteres Sommertheater am Camp Nou.
