20 Jahre nach baden-baden: wie englands wags den schwarzwald eroberten
Der Juni 2006 war heiß. Nicht nur das Thermometer kletterte – auch die Rechnungen. In Baden-Baden wüteten damals keine englischen Hooligans, sondern etwas viel Teureres: Victoria Beckham, Cheryl Tweedy und die restliche WAG-Armada legten los wie eine Luxus-Spezialeinheit mit Lippenstift statt Helm.
Hooligans mit kreditkarten
Die englische Nationalmannschaft residierte im Schlosshotel Bühlerhöhe – ihre Frauen quartierten sich im Nobeltempel Brenner's Park ein. Von dort aus starteten sie morgens um elf den ersten Champagner-Angriff. Rio Ferdinand bezeichnete sie später als „größere Superstars als wir“. Er hatte recht. Paparazzi jagten die Damen, nicht die Kicker.
Das Resultat: 80.000 Euro Shopping binnen einer Stunde im Atelier Monika Scholz. 700 Liter Extra-Bier musste das Restaurant Garibaldi nachbestellen. Chef Tortora Carmine grinste: „Die Mädels können ziemlich viel vertragen.“ Für ihn war klar: „Ich hoffe, England kommt ins Finale – allein wegen den Frauen.“

Der kater kam früher als erwartet
England schied im Viertelfinale gegen Portugal aus. Elfmeterschießen, 1:3, klassisch. Die Jungs flogen heim. Die Frauen? Sie nahmen wenigstens einen Titel mit: beste Party der WM. Der Begriff „WAGs“ – Wives and Girlfriends – wurde an diesem Wochenende geboren und wanderte in alle Sprachen.
Heute, 20 Jahre später, sind die Rechnungen bezahlt, die Outfits vergessen, aber der Mythos lebt. Baden-Baden erinnert sich nicht an Tore, sondern an Handtaschen. Manchmal gewinnt eben nicht, wer besser kickt, sondern wer länger feiert.
