Draisaitl flüchtet zu müller-wohlfahrt – playoff-comeback bleibt lotterie
Leon Draisaitl ist auf der Flucht vor der Zeit. Nach dem Check, der ihm die Hüfte zerfetzt, landete der Edmontons-Star am Samstagabend nicht in der Kabine, sondern in der Münchner Praxis von Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt. „Ich bin bis Dienstag in München“, sagte er ins Sky-Mikro, als hätte er einen Termin beim Zahnarzt – nicht bei einem Mann, der schon Ronaldo und Bolt wieder zusammengeflickt hat.
Der körper lügt nicht – und die statistik auch nicht
35 Tore, 62 Assists, 97 Punkte in 65 Spielen. Draisaitl war auf Kurs, die 100-Punkte-Marke zum siebten Mal zu knacken. Jetzt droht ihm zum ersten Mal seit der Corona-Kurzsaison 2021 das Aus. Die Oilers vermelden nur lapidar „Unterkörperverletzung“, doch die Wortwahl des Athleten klingt wie ein Todesstoß: „Es wird mit Sicherheit ein paar Wochen dauern.“ Zwischen den Zeilen: Er weiß selbst nicht, ob er rechtzeitig für die Playoffs fit wird.
Die Rechnung ist gnadenlos. Edmonton hat zwölf Regular-Season-Spiele bis Mitte April, dann beginnt die Jagd auf den Cup. Ohne ihren deutschen Superstar verloren die Oilers gegen Florida 0:4 – die Katze, die sie im Finale letzten Juni noch ärgerte. Gegen Nashville und San Jose reichte’s noch, doch die Gegner werden schwerer, der Kalender rabiater.

Müller-wohlfahrt als letzte bastion
Der 81-jährige Medizin-Guru behandelt nicht mehr viele Athleten persönlich. Dass Draisaitl jetzt in seine Praxis rennt, zeigt, wie ernst die Lage ist. In der NHL ticken keine deutschen Uhren, sondern kanadische. Jeder Tag auf der Injured-List kann in der Postseason über Sieg oder Niederlage entscheiden.
Die Oilers rutschen zwar auf Papier in ein leichtes Restprogramm – Tampa, Vegas, Utah –, doch das ist Makulatur, wenn der beste deutsche Spieler der Liga mit dem Hintern in der Startbahn hockt. „Ich hoffe, dass wir lange genug dabei sind, damit ich irgendwann noch mal aushelfen kann“, sagt Draisaitl. Kein Versprechen, nur ein Wunsch.
Die Saison, in der er endlich den Cup holen wollte, droht zum Krimi zu werden – mit offenem Ende. Die Wahrheit liegt in München, zwischen Ultraschall und Cortison. Und niemand wagt zu sagen, ob Leon Draisaitl rechtzeitig zurückkommt, um die nächste Schlucht zu überwinden.
