Draisaitl fällt aus – oilers plötzlich ohne deutschen superstar im playoff-endspurt

Leon Draisaitl hat die Edmonton Oilers schon oft aus der Patsche geschossen. Nun fehlt der 30-Jährige selbst. Nach dem Sieg gegen Nashville drehte ein Bodycheck von Ozza Wiesblatt dem besten deutschen NHL-Torjäger die Lichter aus – und mit ihm vielleicht Edmontons Playoff-Traum.

Knoblauch gibt ländle-aus als „mehrere spiele“ offen

Coach Kris Knoblauch zuckt nach der 3:1-Gala nur mit den Schultern. „Unterkörperverletzung“, lautet die Diagnose, detailliert wird das medizinische Team nicht. „Ich denke, wir müssen einige Zeit ohne ihn auskommen“, sagt der 47-Jährige. Ob „einige“ zwei Partien oder zwei Wochen bedeutet, weiß er selbst nicht. Die Oilers haben 14 Matches mehr, um 82 Punkte zu werden. Jeder Tag zählt doppelt.

Draisaitl war vor seinem Aus im dritten Drittel noch einmal aufs Eis gestürmt, um zu testen, ob das Knie mitspielt. Die Antwort folgte in der Kabine: Nein. 35 Tore, 62 Assists – nur drei Akteure in der gesamten Liga haben mehr Scorerpunkte. Edmonton steht mit 75 Zählern auf Platz drei der Pacific Division, doch San José und Seattle atmen im Nacken. Ohrenzeichen: Die nächsten Gegner heißen genauSharks und Panthers, beide direkte Konkurrenten.

Oilers riskieren nichts – auch wenn die uhr tickt

Oilers riskieren nichts – auch wenn die uhr tickt

„Wenn er nicht fit genug ist, wird er nicht spielen“, betont Knoblauch. Kein Bluff, kein Psychospiel. Die Franchise lernte aus der Kader-Panne im Vorjahr, als man mit übereilt zurückgekehrten Stars in den Final gegen Florida unterging. Die medizinische Leitlinie lautet: kein Risiko, keine Verschlimmerung. Doch die Rechnung ist gnadenlos. Fällt Draisaitl länger aus, fehlt nicht nur ein Center – es fehlt der Power-Play-Generaldirektor, der 40 Prozent aller Tore mit Eintritt in Überzahl maßgeblich vorbereitete.

Die Kabine reagiert betont gelassen. „Wir haben schon ohne Connor gespielt, jetzt kriegen wir das auch ohne Leon hin“, sagt Verteidiger Darnell Nurse. Klingt nach Standard-Phrasen, doch dahinter brodelt die Erkenntnis: Die Saison richtet sich in den kommenden zehn Tagen. Gewinnt Edmonton die beiden Heimspiele gegen San José und Florida, dürfte der Playoff-Zug nicht mehr zu stoppen sein. Verliert die Mannschaft, rutscht sie auf Rang neun – und damit raus.

Die Uhr im Rogers Place tickt laut. 14 Spiele, kein deutscher Superstar in Sicht. Die Oilers müssen jetzt beweisen, dass sie mehr sind als ein Ein-Mann-Team. Die Antwort folgt bereits am Dienstagabend.