Dortmund sucht kehl-nachfolger: zweitliga-scout book steigt auf
Nils-Ole Book trägt zweite Liga auf Stoff-Sneakern. Jetzt soll er nach Dortmund – und das BVB-Rad neu aufstellen.

Warum der kleine revierklub plötzlich alle anstarrt
Sonntag war Kehl raus, Montag schon klar: Der neue Sportdirektor muss vor Sommerplanung sitzen. Sky und kicker nennen denselben Namen, der keiner großen Rede bedarf: Nils-Ole Book, 40, Sportvorstand der SV Elversberg, Talentmagier, Datendeluxe. Wenn Book in die Ruhrgebietskantine spaziert, trägt er die DNA von Nick Woltemade und Fisnik Asllani im Gepäck – zwei Jungs, die er aus der Oberliga pflückte und in die Bundesliga schickte. Newcastle und Hoffenheim zahlen heute Millionen für diese Leihgebühren, Elversberg kassiert.
Kein Wunder, dass Hans-Joachim Watzke und Sebastian Kehl selbst vor Wochen intern Book lobten. „Er sieht Spieler vor dem Knall“, sagte ein BVB-Scout dem kicker. Bei Dortmund braucht man jetzt jemanden, der Nico Schlotterbeck und Co. überzeugt, dass der Klub wieder in die Spur findet. Book hat Erfahrung mit Überzeugungsarbeit: Er holte einen Dorfverein aus der vierten in die zweite Liga – mit einem Budget, das in Dortmund gerade für Winterreifen reicht.
Markus Krösche? Frankfurt blockiert. Eintracht will keinen Abgang, die Ruhr Nachrichten kassieren die Spur. Bleibt Book. Die Entscheidung soll noch vor Ostern fallen, damit der neue Mann das Sommer-Transferfenster selbst zimmert. Kehl selbst ist längst nicht mehr auf Schadensbegrenzung: Der HSV wartet mit einem Gesamtsportvorstand-Job, der ihm mehr Macht gibt als jemals der BVB. In Hamburg würde er wieder aufsteigen wollen – diesmal ohne Book, dafür mit dessen Talente aus Dortmund.
Für Elversberg wäre der Abgang ein Schock, aber kein Weltuntergang. Geschäftsführer Horst Eichler hat schon intern Nachfolger geprüft. Für den BVB hingegen ist Book die einfachste Lösung in komplizierten Zeiten: ein Typ, der nicht redet, sondern scoutet. Am Freitag trägt er noch Elversberg-Logo, am Montag vielleicht schon schwarz-gelb. Die Zweite Liga verliert ihren besten Kopf, die Bundesliga gewinnt vielleicht den nächsten Meisterstrategen.
