Djokovic wirft den hut vor serena: „ihr comeback ist ein statement“

Wimbledon – Die Wüste der Tenniskalenderpause hat heute einen Donnerschlag erlebt. Novak Djokovic, der Mann, der hier schon sieben Pokale in die Höhe reißt, hält die Szene an und erzählt von einer Begegnung, die den Rasenklassiker noch vor dem ersten Aufschlag elektrisiert. „Ich habe ihr ins Gesicht gesagt: Was du tust, ist größer als jede Statistik, Serena“, lautet sein knappes Bekenntnis – und der Ball rollt direkt ins Herz der Tenniswelt.

Das gespräch im fitnessstudio, das niemand mitbekam

Es war früh am Morgen in der Players Lounge. Djokovic, 37, hatte seine Schlagfolge gerade runtergedreht, als ihm Serena Williams, 44, über den Weg lief – im Trainingsoutfit, Handtuch um den Hals, Blick so scharf wie vor zehn Jahren. „Sie stand dort, wo wir alle nur Dämpfe ausstoßen, und sah aus, als wolle sie die Anlage sprengen“, sagt der Serbe grinsend. „Ich habe sie gefragt, warum sie sich das antut. Ihre Antwort: ‚Weil ich es noch einmal spüren will, wie es ist, wenn 15 000 Leute den Atem anhalten.‘“

Das prägnante Statement – vier Jahre nach ihrer letzten Profirunde, zwei Geburten und etlichen Business-Deals später – ist mehr als ein PR-Gag. Wimbledon vergab eine Wildcard fürs Einzel, eine weitere fürs Doppel an der Seite von Venus, und natürlich fliegen die Tickets weg wie frische Erdbeeren. Djokovic nimmt das nicht auf die leichte Schulter. „Ich habe Serena in ihrer Prime gesehen. Ich sehe sie jetzt öfter im Fitnessstudio als damals. Das sagt alles über ihre Motivation und nichts über ihr Alter.“

Maya joint wartet – djokovic gegen wu yibing

Maya joint wartet – djokovic gegen wu yibing

Am Dienstag trifft Williams auf Maya Joint, Weltranglisten-53., eine 19-jährige Australierin, die mit dem Schwung einer TikTok-Generation auftrumpft. Die Quote? Buchmacher lassen sich nicht festlegen, denn niemand weiß, wie viel Feuer in Serenas neuen Mizunos steckt. Djokovic lobt, aber er lügt nicht: „Klar wird Maya ihr mit jugendlicher Roheit begegnen. Aber Serena kennt diesen Court besser als jede Linienrichterin.“

Am Montag startet Djokovic selbst gegen den chinesischen Qualifikanten Wu Yibing. „Acht Wimbledon-Titel reichen mir nicht, wenn ich nicht neun probiere“, sagt er mit jenem Blick, den seine Gegner schon als Kind fürchteten. Dazwischen schiebt sich ein Wort der Resonanz: „Wenn Serena auch nur eine Runde gewinnt, ist das ein Sieg für den Sport, nicht nur für sie.“

Die Arena dampft bereits. Die Kameras sind gestern angekommen, die Journalisten heute, und die Gerüchteküche brodelt: Wird Venus im Doppel ihre Schwester tragen oder umgekehrt? Djokovic zieht die Schultern hoch. „Ich kann nur sagen: Applaus ist nicht genug. Was Serena hier abliefert, gehört in ein Museum direkt neben den Pokal für den längsten Rally aller Zeiten.“ Er packt seine Tasche, dreht sich noch einmal um: „Und wenn sie am Ende lacht, lachen wir alle mit – zumindest bis zum Viertelfinale.“