Djokovic: tennis ist nicht alles – und das macht ihn stärker!

Novak Djokovic, der unangefochtene König des Tennisplatzes, hat in einem exklusiven Interview mit Esquire eine überraschende Erkenntnis offenbart: Der Sport ist nicht mehr sein einziges Lebensziel. Eine Aussage, die auf den ersten Blick paradox wirkt, doch Djokovic erklärt, warum genau diese neue Perspektive ihm neue Kraft verleiht.

Die leidenschaft bleibt, der fokus hat sich verschoben

Mit fast 39 Jahren und nur noch einem Grand-Slam-Titel entfernt vom historischen Rekord von Margaret Court, könnte man meinen, der Ehrgeiz des Serben wäre ungebrochen. Doch Djokovic selbst widerspricht: „Die Liebe zu diesem Sport treibt mich an. Ich genieße jeden Moment auf dem Platz, die Herausforderung, die Wettkämpfe – das ist alles unglaublich motivierend.“ Aber, so fügt er hinzu, „Tennis ist wichtig für mich, aber nicht mehr alles. Und genau das gibt mir eine neue Stärke.“

Diese veränderte Einstellung spiegelt sich auch in seiner Vorbereitung wider. Es geht nicht mehr nur um harte Arbeit, sondern um intelligente Arbeit. „In meinem Alter bedeutet Vorbereitung nicht, mehr zu trainieren, sondern besser zu trainieren. Es geht darum, auf den Körper zu hören, die Energie richtig zu verteilen und sowohl körperlich als auch mental bereit zu sein.“ Ein Ansatz, der sich in seiner aktuellen Saisonplanung zeigt: Djokovic hat sich nach dem Australian Open und Indian Wells eine Auszeit gegönnt und den Beginn der Sandplatzsaison in Monte Carlo verschoben.

Familie als neuer anker

Familie als neuer anker

Ein weiterer entscheidender Faktor in Djokovics neuem Lebensgefühl ist seine Familie. „Es geht darum, das richtige Gleichgewicht zwischen Tennis und Familie zu finden, besonders jetzt, wo meine Kinder älter werden und ihre eigenen Verpflichtungen haben“, erklärt er. Die Kinder können nicht mehr wie früher überallhin mitkommen. Und das ist in Ordnung. Im Gegenteil: Die Familie liefert ihm eine neue, tiefere Motivation. „Wenn ich auf dem Platz stehe, gehe ich nicht nur darum spielen, zu gewinnen. Ich möchte auch ein Vorbild sein, Werte wie Hingabe, Resilienz und Liebe zu dem, was man tut, vermitteln.“

Der Blick nach vorne ist dennoch klar. Djokovic träumt von den Olympischen Spielen in Los Angeles 2028, ein Traum, der durch seinen Sieg in Paris noch weiter befeuert wurde. „Das olympische Gold war ein Lebenstraum. Mit 37 Jahren für Serbien zu spielen und zu gewinnen, war einer der größten Momente meiner Karriere. Ich habe so etwas noch nie auf einem Tennisplatz erlebt.“

Djokovic hat noch keine Pläne, seine Karriere zu beenden. Sein Weg geht weiter, mit dem Blick fest auf Los Angeles gerichtet. Denn für den 39-Jährigen ist Tennis mehr als nur ein Spiel – es ist ein Ausdruck seiner Leidenschaft, seiner Stärke und seiner Liebe zur Familie.