Djokovic schlägt zurück: kein rücktritt, slam 25 im visier

Novak Djokovic lässt die Schleusen des Tennis-Ruhestands weiter geschlossen. In der Wüste von Indian Wells erklärte der Serbe unmissverständlich: Ich bin Weltnummer drei, warum aufhören? Die Worte klangen wie ein Seitenhieb gegen alle, die nach seinem Final-Patzer gegen Carlos Alcaraz in Melbourne den Stab über ihm gebrochen hatten.

Die Zahl drei im Ranking, so betonte Djokovic, sei weder ein Titel noch ein Trostpreis, sondern ein Beweisstück. „Ich spiele noch mit dem Feuer im Bauch und mit Schlägen, die Jannik und Carlos ärgern.“ Tatsächlich: In den letzten vier Grand-Slams kassierte er nur gegen Alcaraz oder Sinner – mehr geht nicht.

Der kalender bleibt ein puzzle

Doch der 38-Jährige plant nicht wie ein Computer. „Ich folge keiner Excel-Tabelle, sondern meinem Bauch“, sagte er. Indian Wells ist erst der zweite Stopp, Paris, Wimbledon und New York folgen – oder eben auch nicht. Djokovic kündigte an, Turniere nur dann zu bespielen, wenn „die Luft nach Wüstennächten und dem Geruch von Tennisschuhen“ ihn lockt.

Das erklärt, warum er in Dubai abtauchte, statt nach Doha zu fliegen, und warum er morgen gegen Majchrzak oder Mpetshi Perricard antritt, obwohl seine Familie in Belgrad wartet. Priorität hat weiter die Jagd auf Slam Nummer 25. Bei 24 hängt er mit Margaret Court gleich, allein an der Spitze will er stehen.

Serena-spekulationen befeuert er selbst

Serena-spekulationen befeuert er selbst

Die Journalisten ließen nicht locker: Kommt Serena Williams zurück? Djokovic’ Augen leuchteten. „Ich habe mit ihr nicht gesprochen, aber wenn Venus sie für ein Doppel ruft, wird sie nicht Nein sagen.“ Die 44-jährige Amerikanerin darf sich seit Januar offiziell wieder testen, die Gerüchteküche brodelt. Djokovic: „Wir reden hier über eine der größten Athletinnen aller Zeiten. Jeder Ballwechsel von ihr wäre ein Geschenk.“

Das klingt nach PR, ist aber Teil seiner Mission. Tennis brauche Geschichten, nicht nur Statistiken, sagte er. Und Geschichten schreibt man nur, wenn man draufbleibt.

Die Zahlen sprechen für ihn: 24 Majors, 40 Masters, 428 Wochen auf Platz eins. Die Frage ist nicht mehr, ob er weitermacht, sondern wie lange die Konkurrenz mitzittern will. Djokovic selbst lachte nur: Ich bin noch lange nicht satt.