Diouf als not-stürmer: chivus neueste wendung zahlt sich aus
Andy Diouf war schon Sechser, Linksverteidiger und Flügelspieler – nun spielte er plötzlich Mittelstürmer. Gegen Genua stellte Inter-Coach Cristian Chivu den Franzosen in der 76. Minute neben Pio Esposito auf die Spitze. Die Kuriosität funktionierte. Diouf presste, eröffnete Räume, und die Nerazzurri brachten den 2:0-Sieg über die Zeit.
Ein jahrhundertsturm aus der retorte
Der 21-Jährige lief bislang nur 22 Mal für Inter auf – verteilt auf fünf Positionen. Die Statistik zeigt: Meiste Einsätze als rechtsgerichtete Box-to-Box-Kraft (9), gefolgt von Linksverteidiger (5). Die Offensiv-Chance war also ein Experiment, kein Luxus. Denn Espositos Vorgänger, Francesco Pio Bonny, musste mit Oberschenkelproblemen raus. Statt Frattesi vorzuverlegen, entschied sich Chivu für Dioufs Laufkraft.
Was folgte, war ein Viertelstündchen voller Sprintduelle mit Genuas Vogliacco. Diouf gewann drei von vier Bodenduellen, legte Esposito eine Kopfballchance auf und verfehlte selbst knapp. „Er bringt uns Tempo und verhindert, dass der Gegner rausspielt“, sagte Chivu nach Abpfiff. Ein Satz, der klingt wie ein Gütesiegel für den Allrounder.

Flexibilität als überlebensstrategie
Inter leiht Diouf mit Kaufoption aus Lens. Der Deal: 5 Mio. Euro Ablöse, falls er 30 Pflichtspiele absolviert. Nach dem gestrigen Kurzeinsatz steht er bei 22. Noch acht Einsätze, dann ist die Klausel fällig. Für die Scudetto-Jäger ist das ein Schnäppchen: Sie bekommen eine Personalie, die Notlösung und Zukunft zugleich ist.
In der Kabine nennen sie ihn „Rubik“, weil er sich immer wieder neu justieren lässt. Die Fans hatten ihn zuletz wegen mangelnder Endprodukt kritisiert. Jetzt lacht er: „Wenn ich als Neuner spiele, muss ich ja nicht treffen – ich mache Platz für andere.“ Tatsächlich eröffnete sein Zug Esposito die Szene, die fast das 3:0 ergeben hätte.
Chivu verspricht: „Wir werden Andy weiter testen, vielleicht sogar von Anpfiff an.“ Der Interimstrainer nutzt jeden Quadratmeter seines Kaders, um die Doppellast aus Serie A und Coppa Italia zu stemmen. Am Sonntag folgt das Derby gegen Milan. Diouf spielt – nur die Position ist noch ein Staunen.
Einmal mehr zeigt Inter: Wer vielseitig ist, landet hier auf der Siegerstraße. Und Diouf? Der hat seinen Platz, egal wo er steht.
