Diomande fällt aus: leipzigs flügelzug stockt zur unzeit
Die Nachricht traf den Rasen wie ein Haken aus dem Nichts. Yan Diomande, gerade erst zum Hoffnungsträger avanciert, wird RB Leipzig wegen einer Kapselverletzung in der linken Schulter mindestens bis Anfang April fehlen. Der 19-Jährige sagte am Sonntagabend die Reise zur Elfenbeinküste ab – und reißt damit ein Loch in den Staffelstab von Trainer Ole Werner.
Die szene, die alles auslöste
Es war die 32. Minute gegen Hoffenheim, als Alexander Prass mit dem Ellbogen an Diomandes Schulter klatschte. Für Sekunden verzog der Flügelspieler das Gesicht, schüttelte sich, lief weiter – und bereitte kurz vor der Pause das 4:0 von Brajan Gruda vor. 34 Minuten später war Schluss. Diomande konnte den Arm kaum noch anheben. Die Diagnose: Schultergelenkkapsel angerissen, keine Operation nötig, aber auch kein Training vor Ostern.
Die Zahlen liefern das Drama auf dem Silbertablett. In den letzten sieben Partien stand Diomande fünfmal in der Startelf, steuerte zwei Tore und drei Vorlagen bei – nur Loïs Openda lag in diesem Zeitraum mit direkt beteiligten Treffern noch vor ihm. Ohne seine explosive Dribbling-Laufzeit verliert Leipzigs Angriff an Schnitt.

Die länderspiel-pause wird zur reha-woche
Statt am Samstag in Seoul und drei Tage später in Glasgow aufzulaufen, absolviert Diomande ein Intensivprogramm im Leistungszentrum. Physiotherapeuten setzen auf blutegelunterstützte Kapselstimulation und antigravitatives Laufbandtraining, um die Schulter zu entlasten und die Rotationsfreiheit zurückzugewinnen. Ziel: Einsatz am 4. April gegen Werder Bremen, doch intern spricht niemand über einen festen Termin. „Wir sind froh, dass keine Operation nötig ist, aber Wunderheilungen gibt es nicht“, sagte Werner nach der Trainingseinheit am Montag.
Die Personaldecke wird trotzdem nicht dünn. Mit Benjamin Henrichs und Christoph Baumgartner stehen Alternativen bereit, doch Diomandes Tempodribbling von der rechten Seite ist ein einzigartiger Wildcard-Modus, den Werner bisher nur dann einsetzte, wenn Leipzig Räume brauchte. Ohne ihn droht der Spielplan-Endspurt zur Positions-Schachpartie zu werden.
Die Saison ist jung, die Schulter jünger. Für RB Leipzig zählt jetzt nur eins: Die Champions-League-Plätze sind kein Selbstläufer, und ohne Diomandes Sprintpoker müssen andere die Zünder neu entfachen.
