Diomande: der fifa-künstler, der leipzig in die champions league katapultiert!
Yan Diomande. Dieser Name sollte sich in den Ohren der Fußballfans einprägen. Der 19-jährige Ivorer vom RB Leipzig spielt nicht einfach nur Fußball – er tanzt mit dem Ball, umgeht Gegenspieler wie Hindernisse auf einer Rennstrecke und erzielt Tore, die man sonst nur in Videospielen sieht. Gegen Eintracht Frankfurt präsentierte er erneut eine Vorstellung, die demütig und zugleich beeindruckend war.

Ein dribbling, das zetterer sprachlos machte
Es war die 30. Minute, als Diomande das Stadion in Ekstase versetzte. Am rechten Flügel nahm er den Ball an, zog in Richtung Mitte, ließ vier Frankfurter Verteidiger alt aussehen und vollführte dann eine Bewegung, die selbst erfahrene Fußballprofis neidisch macht: Er bremste ab, schaffte sich einen Schusswinkel und schlenzte den Ball mit seinem rechten Fuß unhaltbar in die lange Ecke. Zetterer im Tor war nur Zuschauer. Ole Werner, der Trainer, urteilte treffend: „Das Besondere ist, dass er keine großen Dribblings braucht. Er hat ein außergewöhnliches Spielverständnis und weiß, wo er Platz schaffen kann.“
Diomande ist nicht nur ein Torjäger – er ist ein „Abbrecher“, wie man im Fußballslang sagt. Allein diese Saison hat er bereits fünf Treffer erzielt, mehr als jeder andere Spieler in der Bundesliga. Nur der Shootingstar Guirassy aus Freiburg ist ihm mit sechs Toren überlegen. Doch Diomande ist mehr als nur ein Torschütze. Er ist ein Spielmacher, ein Kreativkopf, ein Unruheherd.
Sechs seiner zwölf Bundesliga-Tore fielen nach einer Dribbelaktion. Da beißt sich selbst der erfahrenste Abwehrspieler die Zähne. Natürlich verliert er auch mal den Ball – mit 1,71 Ballverlusten pro Spiel ist er in dieser Hinsicht Spitzenreiter in der Liga. Aber Leipzig kann damit leben, denn er ist auch der Spieler mit den meisten Dribblings (304), den größten zurückgelegten Metern mit dem Ball (3.452 Meter) und den meisten Torvorlagen (28) durch Dribblings. Er teilt sich diese Vorstellungskraft mit Jadon Sancho, ist aber körperlich robuster.
Seine Geschwindigkeit von 35,7 km/h macht ihn zudem zu einem der schnellsten Spieler der Liga. „Wir sind froh, ihn in unserem Team zu haben und nicht ihm gegenüberstehen zu müssen“, gestand Ridle Baku, sein Mitspieler auf dem rechten Flügel. „Wir versuchen, ihn so oft wie möglich in Situationen zu bringen, in denen er das Spiel wenden kann.“
Um das noch zu unterstreichen: Diomande ist der zweitbeste U21-Spieler der Top-Fünf-Ligen mit 19 Toren. Nur Lamine Yamal ist besser. Die Erinnerung an den vergebenen Elfmeter im Sánchez-Pizjuán vor einem Jahr verblasst zusehends. Heute zählt nur, was er leistet – und das ist beeindruckend.
„Die Kritik gehört zum Fußball, sowohl die positiven als auch die negativen, sie stört mich nicht“, so Diomande bescheiden. Er konzentriert sich auf sein Training und freut sich über die Erfolge. Der RB Leipzig baut seine Hoffnung auf die Rückkehr in die Champions League auf seine Schultern. Und ja, er ist sich des Interesses anderer Vereine bewusst. Ein Transfer für rund 100 Millionen Euro scheint unausweichlich. Aber für diesen Preis bekommt man eben einen Spieler, der den Fußball neu definiert – einen Spieler, der wie aus einem Videospiel entsprungen ist.
n