Dillon brooks: hand gebrochen, thc im blut – die suns verlieren ihren top-scorer doppelt
Die Nacht war jung, der Wagen schlingerte. Um 1 Uhr Ortszeit zogen Arizona-Cops den Kanadier aus dem Verkehr. Drei Stunden später trat Dillon Brooks, 30, wieder ins Freie – mit einer Anzeige im Portemonnaie und einem Bruch in der linken Hand, der ihn ohnehin auf die Bank verbannt.

Die quittung für 20,9 punkte pro nacht
50 Partien, 20,9 Punkte im Schnitt, 44 Prozent Wurfquote – alles Karrierebestmarken. Doch statt über Playoff-Chancen zu sprechen, rätselt Phoenix nun, wie lange der Verlust des Top-Scorers andauert. Die Sonne schien, als Brooks Freitag früh festgenommen wurde; sie ging unter, als das Team die Meldung bestätigte: „Wir sammeln Informationen.“ Mehr nicht.
Der Vorwurf lautet Fahren unter Drogeneinfluss. Ein Alkoholtest fiel negativ aus, doch ein THC-Schnelltest schlug an. Marihuana ist in Arizona seit 2020 legal – nur nicht hinter dem Steuer. Die Polizei nimmt das ernst: Führerschein weg, Gefängniszelle, Bußgeld. Brooks kam um 3.30 Uhr frei, die Hand noch immer in der Schiene, der Ruf beschädigt.
Die Suns verlieren mehr als einen Rotationsspieler. Sie verlieren den Mann, der in January in Sacramento 32 Punkte versenkte und danach sagte: „Ich spiele für die Leute, die mir glauben.“ Die Glaubwürdigkeit wackelt nun. Die Franchise steht auf dem siebten Playoff-Rang, die Trennung von den Plätzen 11 und 12 beträgt nur zwei Siege. Jede Niederlage kann die Saison kappen.
Trainer Mike Budenholler schwieg nach dem Training, nur ein leises „Wir werden intern regeln“ war zu hören. Die Liga selbst schaltet sich ein: Die NBA prüft, ob ein Dopingverfahren folgt. Bei THC steht keine Sperre automatisch bevor, doch wiederholte Verstöße kosten Geld und Image.
Brooks selbst meldete sich bisher nicht. Kein Post, keine Entschuldigung, nur das Foto seiner verbandten Hand auf Instagram – aufgenommen vor der Verhaftung. Die Kommentare darunter schwanken zwischen „Come back stronger“ und „Grow up“. Die Wahrheit liegt irgendwo dazwischen und wird am Ende der Saison sichtbar: entweder als Warnung oder als Comeback-Geschichte.
Phoenix hat noch 18 Spiele. Wenn Brooks’ Hand Ende März heilt, könnte er zurückkehren – vorausgesetzt, die Liga und sein Körper erlauben es. Bis dahin trägt die Suns die Last eines Vorfalls, der mehr ist als eine Fußnote. Es ist die Zitterpartie vor den Playoffs, und plötzlich ist nicht mehr klar, ob der beste Scorer der Saison überhaupt mitspielen darf.
