Diego's legendärer 60-meter-treffer: ein aachener torwart im albtraum!

Vor 19 Jahren erlebte das Bremer Weserstadion einen Moment, der bis heute in den Fußballerinnerungen widerhallt: Diego Ribas da Cunhas unglaublicher Treffer aus 60Metern gegen Alemannia Aachen. Ein Tor, das nicht nur zum „Tor des Jahres 2007“ gekürt wurde, sondern auch einen Aachener Torwart in den Wahnsinn trieb.

Ein geniestreich, der frust auslöste

Die Erinnerung an diesen Abend im April 2007 ist bei Kristian Nicht, dem damaligen Torwart von Alemannia Aachen, noch immer präsent – und schmerzhaft. „Da bleibt auf ewig einfach nur Wut“, gesteht er heute. Der Treffer, der aus einer Nachspielzeit-Situation resultierte, war ein Paradebeispiel für Diego's außergewöhnliches Talent und seine Fähigkeit, das Unmögliche möglich zu machen. Es war nicht der typische brasilianische Zaubertrick, sondern ein brutaler, ungefilterter Schuss, der den Ball in die Maschen beförderte.

Frank Baumann, damals Geschäftsführer und Kapitän von Werder Bremen, war begeistert: „Ein Weltklasse-Tor! Den Versuch starten viele, aber nicht jeder hat die Power und das Gefühl zu treffen.“ Es war ein Moment, der die Zuschauer im Weserstadion in Ekstase versetzte und Diego endgültig zum Publikumsliebling machte.

Die situation im detail: ein torwart, der versuchte, zu helfen

Die situation im detail: ein torwart, der versuchte, zu helfen

Was genau geschah an jenem Freitagabend? Werder Bremen führte mit 2:1 gegen das Kellerkind Alemannia Aachen, als der Gegner einen Freistoß kurz vor Ultimo erlangte. Torwart Kristian Nicht, in der Hoffnung, zumindest für Verwirrung zu sorgen, sprintete mit ins Zentrum. Clemens Fritz köpfte den Ball jedoch aus der Gefahrenzone, und Diego erblickte seine Chance. Er stand weit hinten, der vorletzte Mann, das Tor weit entfernt – etwa 62,60 bis 63,14 Meter entfernt. Doch Diego zögerte nicht, sondern ließ dem Ball einen unhaltbaren Schuss folgen.

Der Ball flog in einer hohen Bogenlinie in Richtung Aachener Tor, vorbei an einem hilflosen Daniel Lehmann, der vergeblich versuchte, Nicht zu ersetzen. Lehmanns unsichere Blicke wurden ignoriert, als die Kugel im Fünfmeterraum aufsetzte, an die Unterkante der Latte prallte und schließlich im Tor landete. Nicht, der sich in „100-Meter-Weltrekordzeit“ zurück zum Tor hätte begeben wollen, sank fassungslos zu Boden.

Ein unvergesslicher meilenstein für diego

Ein unvergesslicher meilenstein für diego

Diego, der zwischen 2006 und 2009 bei Werder Bremen spielte, bezeichnete den Treffer als das „beste meiner Karriere. Von der Schönheit und der Schwierigkeit her.“ Auch wenn er seine Karriere inzwischen beendet hat – er war bis Ende 2022 aktiv bei Juventus Turin, Atlético Madrid, Fenerbahce und Flamengo Rio de Janeiro – bleibt dieser 60-Meter-Treffer ein unvergesslicher Meilenstein in seiner Fußballgeschichte. Er übertraf sogar Klaus Allofs' Schuss aus 70 Metern für Köln gegen Leverkusen 1986, und wurde im Laufe der Jahre von Tzavellas (73 Meter) und Stoppelkamp (83 Meter) übertroffen. Doch Diego's Tor bleibt unvergessen – ein Beweis für Genialität, Kaltschnäuzigkeit und eine Prise Wahnsinn.