Dida zückt den scheckzirkel: milan-torwart maignan gehört zu europas elfte
Nur zehn Spieltage trennen die Serie A noch vom Meister – und Nelson Dida mischt sich ein. Der ehemalige Rossoneri-Keeper hält den Stadtrivalen für den Favoriten, doch er macht seine alten Farben nicht ab. „Milan muss einfach weiterspielen, um die Champions-League-Ränge zu halten. Aber: Es ist noch alles drin“, sagt er der italienischen Tageszeitung „La Repubblica“.
„Inter ist das bessere team, milan brauche konstanz“
Genau diese Konstanz fehlt dem aktuellen Kader laut Dida. „Die Punkte liegen wegen der Patzer gegen die sogenannten kleineren Klubs auf der Straße. Gegen die Topteams zeigt Milan Niveau, zweimal gegen Inter gewonnen – aber eben nur in der Großspur.“ Der Brasilianier fordert, dass Stefano Piolis Mannschaft „jede Woche diesen Standard“ abruft, will sie ernsthaft angreifen.
Ein Lichtblick steht laut Dida zwischen den Pfosten: Mike Maignan. „Er ist ein Top-Torwart, auch wegen seiner Regelmäßigkeit. Dazu zähle ich Donnarumma und Arsenals Raya“, sagt der 40-fache Nationalspieler. Die Anforderungen an Keeper seien heute eine andere Hausnummer: „Der Ball muss sauber herausgespielt werden, Beine sind fast so wichtig wie Hände.“

Serie a-torhüter sind stärker geworden – das ist kein mythos
Statistiken geben Dida recht. Die durchschnittliche xGOT-Save-Rate der Nummer-eins-Keeper in Italien stieg seit 2018 um 6,4 Prozent – ein Wert, den Datenfirmen wie Opta fast ausschließlich mit besserer Fußball-Ausbildung und Videoanalyse erklären. „Früher ging es ums Reagieren, heute ums Vorhersagen“, sagt Dida. Milan profitiert: Maignan hält 75 Prozent der Schüsse auf sein Tor, die laut Model eigentlich drin sein sollten – Spitzenwert der Liga.
Doch der Pokal hat zwei Henkel. „Svilar, Carnesecchi, Maignan – das sind jetzt die drei besten. Die Konkurrenz zwingt alle, sich weiterzuentwickeln“, betont der 50-Jährige. Und genau diese Konkurrenzsituation könnte den Meisterkampf noch einmal würzen. Denn wenn Milan seine Chancenverwertung stabilisiert – die Rossoneri liegen mit 11,3 Prozent Verschussquote nur auf Rang sieben –, „dann ist auch die Tabellenspitze drin“, glaubt Dida.
Die Schlussfolgerung des Weltmeisters von 2002 ist einfach: „Wer in der Endphase die Nerven behält, holt den Titel.“ Milan muss also lernen, Kleinigkeiten groß zu machen – und sich auf seinen Keeper verlassen, der laut Dida schon längst zu Europas Elite zählt.
