Dhb-frauen zerren slowenien nieder – em-tür klappt schon am sonntag auf

Celje – 60 Minuten lang rumpelte der deutsche Handball-Motor, dann traf Emily Bölk zum 30:23 und knallte die Tür zu. Der 80-Tage-Rausch vom WM-Silber ist Vergangenheit, die Zukunft heißt Polen-Rumänien-Tschechien-Slowakei-Türkei. Mit drei Siegen aus drei Spielen steht die DHB-Auswahl bei 6:0 Punkten vorne, und am Sonntag (15.30 Uhr, Heidelberg, ProSieben MAXX) reicht erneut ein Sieg gegen Slowenien, um das Ticket für die EM im Dezember endgültig zu lösen.

Der stotterstart, der keiner sein wollte

Markus Gaugisch kaute auf seiner Mundmaske herum, als ihm nach zwölf Minuten die dritte technische Fehlerteufel entgegenflog. Xenia Smits und Aimée von Pereira fehlten im Rückraum, die Abstimmung wirkte wie ein WhatsApp-Chat mit schlechtem Empfang. Erst als Antje Döll in der 22. Minute per Siebenmeter auf 12:11 stellte, schien sich das Silber-DNA wieder zu aktivieren. Gaugisch forderte „einfacher spielen“, bekam es aber erst nach dem Seitenwechsel. Zweite Halbzeit: 14:8 – das ist die Sprache, die Zahlen sprechen.

Die Sloweninnen versuchten es mit Kratzspuren und Zeitstraf-Taktik, doch da war bereits der Bann gebrochen. Bölk traf siebenmal, Alina Voss spielte wie auf Autopilot, und selbst die sonst so laute Celje-Halle verstummte, als das deutsche Tempospiel seine härteste Antwort parat hatte. 30:23 – ein Ergebnis, das auf dem Papier nach Pflicht sieht, auf dem Parkett aber nach Schweiß schmeckt.

Die rechnung für april lautet: ruhe vor dem sturm

Die Gruppe 3 ist kein Kindergeburtstag. Belgien wartet mit einer jungen Garde, Nordmazedonien mit Fanatikern, die in Skopje jeden Gegner zerfetzen. Doch Deutschland trägt jetzt die Jacke der Favoritin. Die Auslosung für die Endrunde erfolgt am 16. April in Kattowitz – dann wissen Gaugisch und Co., ob sie im Dezember gegen Norwegen oder gegen Montenegro um den Einzug ins Halbfinale spielen.

Der Vertrag des Trainers läuft bis 2028, die Marschroute steht. Noch 80 Tage trennen die Mannschaft vom EM-Start, und wenn man sieht, wie Döll nach dem Schlusspfiff die Hände in die Höhe riss, wird klar: Diese Truppe hat nicht vor, nur dabei zu sein. Sie will den Titel, den sie seit 1996 nicht mehr holten. Die nächste Station heißt Heidelberg – und dort wird nicht gestampft, sondern geliefert.