Dgsv sucht nachfolger für zimpelmann: traumjob für handball-freaks mit b-lizenz

Der Deutsche Gehörlosen-Sportverband jagt einen neuen Bundestrainer für die Deaf-Boys – und der Job hat es in sich. Wer Alex Zimpelmann beerben will, muss bereit sein, zwölf laute Männer lautlos zu führen, dafür aber auf der größten Bühne des internationalen Gehörlosensports zu glänzen.

Was der verband wirklich will

„Wir brauchen jemanden, der junge Nationalspieler nach vorne bringt“, sagt Benjamin Heese, Handballbeauftragter des DGSV. Klingt einfach, ist es nicht. Die Nationalmannschaft der Männer ist kein Sechser-Imbiss-Team, sondern ein Leistungskader, der alle vier Jahre bei den Deaflympics startet – dem IOC-anerkannten Pendant zu Olympia für Menschen mit Hörverlust. Dort geht es um Medaillen, nicht um Kaffeekränzchen.

Die Stelle ist auf Honorarbasis ausgeschrieben, also keine Festanstellung. Wer jetzt denkt, das sei ein Nebenjob für neben der Tribüne, irrt. Kernaufgaben: Planung zentraler Lehrgänge, Videoanalyse bis zur Ermüdung der Augen, Spielkonzepte schreiben, Athleten sichten, nomieren, führen – und das alles in enger Zusammenarbeit mit Ehren- und Hauptamt, die sich nicht immer einig sind, wann das Tor fällt.

Die hürden sind hoch, die bezahlung ein witz

Die hürden sind hoch, die bezahlung ein witz

B-Lizenz im Leistungssport Handball ist Pflicht, kann aber noch nachgeholt werden. Idealerweise bringt der Bewerber Erfahrung aus Ober- oder Regionalliga mit. Fundiertes Wissen in Trainings- und Wettkampfsteuerung, Technik und Taktik wird vorausgesetzt – ebenso wie „hohe Kommunikationsstärke“. Ironie des Ganzen: Die Spieler hören nichts, der Trainer muss trotzdem ankommen.

Bewerbungsende ist der 12. April 2026. Bis dahin muss das Motivationsschreiben überzeugen, der Lebenslauf glänzen und die B-Lizenz zumindest in Aussicht gestellt sein. Der DGSV verspricht „ein anspruchsvolles Aufgabenfeld in einem internationalen, dynamischen Umfeld“. Übersetzt: viel Arbeit, wenig Geld, dafür jede Menge Flugmeilen.

Die Deaf-Boys haben in Tokio gezeigt, dass sie zuhören können – auch ohne Gehör. Ob der neue Coach das genauso kann, entscheidet sich bald. Die Bewerbungsmappe sollte besser sein als die letzte Abwehrreihe der Gegner.