Dfb-krise: sammer schimpft – und fordert ex-stars zurück!
Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft steht vor ihrer WM-Bewerbung in den USA, Mexiko und Kanada – und die Stimmung ist alles andere als euphorisch. Ex-Nationalspieler und Europameister Matthias Sammer hat nun scharf Kritik an der aktuellen DFB-Ausrichtung geäußert und eine drastische Lösung gefordert: die Rückkehr von erfahrenen Ex-Profis.
Der kampfgeist ist verschwunden?
Sammer, der als einer der prägenden Figuren des deutschen Fußballs gilt, prangerte im Gespräch mit dem „Stern“ eine erschreckende Entwicklung an. „Zu unseren Stärken haben immer Kampfgeist und Wille gezählt. Das hat alle großen Mannschaften ausgemacht“, so der 58-Jährige. „Und jetzt schämen wir uns fast für diese Tugenden.“ Diese Selbstentleerung, so Sammer, sei ein Ausdruck einer veränderten Fußballkultur, in der die Ästhetik über den Sieg triumphiert.
Die B-Note vor dem Erfolg? Sammer kritisiert, dass im deutschen Fußball zu viel Wert auf „die Schönheit des Spiels, über Ballbesitz – und zu wenig darüber, wie man es gewinnt“ gelegt werde. Es gehe um „ständige B-Noten“ und „künstlerischen Wert“, während der eigentliche Zweck – der Sieg – in den Hintergrund rückt. Ein fataler Irrtum, der die Nationalmannschaft und den gesamten deutschen Fußball gefährde.

Mehr verantwortung für ex-profis
Die Lösung, die Sammer vorschlägt, ist ebenso direkt wie provokant: Ehemalige Spieler müssen sich stärker einbringen. „Ich würde mir auch wünschen, dass sich die Spieler aus der Weltmeistermannschaft von 2014 stärker einbringen“, betonte er. „Wir brauchen mehr Jungs, die auf höchstem Niveau gespielt haben und auch die Verantwortung im Fußball von heute mit übernehmen.“ Denn, so Sammer mit Nachdruck: „Der Fußball sollte den Fußballern gehören.“
Es geht nicht nur um die Nationalmannschaft, sondern auch um die Bundesliga. Sammer sieht hier ein weiteres Problem: „Zu viele Leute an den Schalthebeln, die sich mit Betriebswirtschaft bestens auskennen, aber nicht wissen, wie es in einer Kabine zugeht.“ Dieses Wissen sei unerlässlich, um als Manager die richtigen Entscheidungen treffen zu können. Die fehlende Expertise ehemaliger Spitzenspieler in Schlüsselpositionen sei ein weiterer Grund zur Sorge.
Die Forderung nach mehr Einfluss von Ex-Profis ist ein Aufruf zur Selbstreflexion im deutschen Fußball. Ob der DFB dieser Mahnung Gehör schenken wird, bleibt abzuwarten. Fest steht: Die WM in Nordamerika wird für die deutsche Nationalmannschaft und den Verband eine Standortbestimmung.
