Dfb-frauen: wücks harte kritik – künzer verteidigt ihren coach
Die Diskussion um Bundestrainer Christian Wück und seine rigorosen Analysen nach den jüngsten WM-Qualifikationsspielen entfacht neue Debatten. Während einige Beobachter die Schärfe der Worte als überzogen empfinden, hält DFB-Sportdirektorin Nia Künzer eisern zu ihrem Coach.
Selbstkritik als fundament: künzers plädoyer für wücks ansatz
Nach dem überzeugenden 5:1-Sieg gegen Österreich und dem frustrierenden 0:0 im Rückspiel ließ Christian Wück wenig Gutes an seinen Spielerinnen offen. Seine Kritik, dass „nur sehr wenige“ an ihre Leistungsgrenze gelangten, sorgte für Aufsehen. Künzer sieht darin jedoch kein Problem, sondern einen notwendigen Impuls. „Inhaltlich kann ich Christian Wück gut verstehen. Wir haben hohe Ansprüche, und es kann sein, dass die Art und Weise, wie er das formuliert, ungewohnt wirkt. Aber unsere Spielerinnen sind sehr selbstkritisch und setzen sich selbst ebenfalls hohe Maßstäbe.“
Intern noch härter, wie Wück selbst betonte, seien seine Worte. Ein Signal, das Künzer bewusst als solchen interpretiert: „Christian wollte zeigen, dass es immer Luft nach oben gibt, auch nach einem deutlichen Sieg. Es geht darum, die Spielerinnen zu Höchstleistungen anzuspornen.“
Die Weltmeisterin von 2003 verdeutlichte, dass es nicht darum geht, einzelne Spielerinnen bloßzustellen, sondern eine Kultur der kontinuierlichen Verbesserung zu fördern. „In jeder Partie müssen die DFB-Frauen mental und spielerisch an ihre Grenzen gehen, in jeder Aktion wach und präzise sein. Das ist das Ziel.“

Wm-qualifikationsendspurt: trotz rückschlag optimismus
Trotz des Unentschiedens in Ried blickt Künzer mit Zuversicht auf die letzten Spiele der WM-Qualifikation. Mit einem Punkt Vorsprung vor Norwegen führt das DFB-Team die Gruppe an. „Wir versuchen, die Dinge sachlich einzuordnen, egal ob es eine überzeugende Leistung war oder nicht“, so die 46-Jährige. „Wir haben es nach wie vor in der eigenen Hand, uns für die WM zu qualifizieren.“
Die Konzentration liegt nun auf dem bevorstehenden Endspurt, in dem jede Partie von entscheidender Bedeutung sein wird. Denn die Konkurrenz schläft nicht und die Spannung in der Gruppe ist spürbar.
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