Dfb-chef verteidigt diplomatie – auch bei trump-auszeichnung?
New York – DFB-Präsident Bernd Neuendorf hält an seiner Strategie der Hinterbühnendiplomatie im internationalen Fußball fest, auch wenn sie auf Kritik stößt. In New York verteidigte er seine Zurückhaltung in sportpolitischen Fragen und betonte, dass konstruktiver Dialog oft effektiver sei als öffentliche Konfrontation. Doch die Verteidigung der umstrittenen FIFA-Friedensauszeichnung an Donald Trump wirft Fragen auf.
Diplomatie vor polemik: neuendorfs ansatz
Neuendorf wies Vorwürfe der Untätigkeit zurück und erklärte, er nehme sich kritischen Themen an, aber stets mit Fingerspitzengefühl. „Es hilft nichts, wenn ich alles, was ich weiß, auf den Markt trage“, so der DFB-Chef. Stattdessen setzt er auf Gespräche „in Ruhe und hinter den Kulissen“, um Einfluss zu nehmen. Er verwies auf erfolgreiche Verhandlungen mit der FIFA bei WM-Ticketpreisen und Spielerprämien als Beispiele für diesen Ansatz.
Die Mitgliedschaft im FIFA Council ermöglicht es Neuendorf, direkt an Entscheidungen teilzunehmen. Seine Verteidigung der FIFA-Friedensauszeichnung an den ehemaligen US-Präsidenten Trump, die international für Kritik sorgte, zeugt von einer unkonventionellen Linie. Die Frage ist: Kann diese Strategie wirklich die Interessen des deutschen Fußballs langfristig wahren?

Visa-probleme für elfenbeinküste: dfb springt ein
Neben den diplomatischen Bemühungen zeigt sich der DFB auch in konkreten Fällen einsatzbereit. Der Verband setzt sich für Fans der Elfenbeinküste ein, denen die Einreise in die USA für die WM verweigert wurde. „Sollte dies tatsächlich der Fall sein, wäre dies für meine Begriffe nicht nachvollziehbar“, sagte Neuendorf. Die Visa-Vergabe ist seit Wochen ein heißes Thema, das auch Fans aus Iran, Haiti und Senegal betrifft. Deutschland trifft am 20. Juni in Toronto auf die Elfenbeinküste – ein Duell, das nun zusätzlich von bürokratischen Hürden überschattet wird.
Die Unterstützung des DFB für die Fans aus der Elfenbeinküste ist ein Zeichen der Solidarität. Die Frage, wie sich die Visa-Probleme auf die Stimmung im Stadion auswirken werden, bleibt jedoch offen. Die kommenden Tage werden zeigen, ob die Bemühungen des DFB Früchte tragen und die Reise für die Fans aus Westafrika ermöglicht wird. Denn Fußball verbindet – solange Bürokratie nicht im Weg steht.