Dfb eröffnet fußball-basis in new york – blick auf die wm-herausforderung

New York – Mit dem Eröffnung des „German House of Soccer“ hat der Deutsche Fußball-Bund (DFB) in New York eine neue Basis geschaffen, die als Treffpunkt für Fans, Partner und Medien während der bevorstehenden Fußball-Weltmeisterschaft in den USA, Mexiko und Kanada dienen soll. Doch hinter der feierlichen Eröffnung verbirgt sich die ernste Vorbereitung auf die sportlichen Herausforderungen, die auf die deutsche Nationalmannschaft warten.

Die erwartungen sind hoch, die ziele realistisch

Die erwartungen sind hoch, die ziele realistisch

Vor dem Testspiel gegen Curacao am Sonntag (19.00 Uhr MESZ/ARD und MagentaTV) äußerte DFB-Sportdirektor Rudi Völler Zuversicht: „Die Mannschaft brennt. Ich bin überzeugt, dass wir am Sonntag ein richtig gutes Spiel zeigen werden.“ Der Fokus liegt jedoch nicht nur auf dem ersten Test, sondern auch auf der gesamten WM-Kampagne. Völler betonte, dass er die Fans sowohl in den USA als auch in Deutschland mitnehmen wolle.

Im Gegensatz dazu vermied DFB-Präsident Bernd Neuendorf eine konkrete sportliche Zielsetzung. „Eine Vorgabe gibt es wirklich nicht“, erklärte er. Vielmehr gelte es, die Vorrunde gut zu überstehen und „gute Ergebnisse“ zu erzielen. Das Team müsse „schwere Gegner“ bezwingen, und es wäre „vermesse“, zu behaupten, man würde alle aus dem Weg räumen. Die Aussage deutet auf eine vorsichtige Herangehensweise hin, die dem Druck eine gewisse Entschärfung verleiht.

DFB-Geschäftsführer Andreas Rettig schoss etwas quer durch die Thematik, indem er auf eine Nachfrage von Friedrich Merz hin erklärte, er habe „die Botschaft ins Kanzleramt gesendet, dass wir noch im Turnier sind, wenn die Sommerpause beginnt“. Dies bedeutet, dass die DFB-Elf mindestens das Achtelfinale erreichen muss, um die parlamentarische Sommerpause am 4. Juli in Berlin nicht zu verpassen. Ein Auftaktsieg gegen Curacao wird dabei fest eingeplant, aber Rettig mahnte zur Besonnenheit: „Wir wollen einfach erfolgreich ins Turnier starten und nicht über ein 5:0 schwadronieren.“

Die Frage nach dem Einsatz von Manuel Neuer bleibt indes offen. „Wenn ich ihn durch den Strafraum und den Fünfer fliegen sehe, mache ich mir gar keine Sorgen“, so Rettig, „aber ich stecke in der Wade auch nicht drin und bin weder Arzt noch Hellseher – abwarten!“ Die gute Stimmung und Harmonie im Team werden von der Führungsetage als entscheidender Erfolgsfaktor für das Turnier angesehen. „Man hat nach all den Jahren ein Gespür dafür, wie der Umgang miteinander ist. Und wenn das der Indikator für den sportlichen Erfolg ist, dann kann ich alle in Deutschland beruhigen“, fügte Rettig hinzu. Die kommenden Wochen werden zeigen, ob diese optimistische Einschätzung sich bewahrheitet.