Dfb zögert: werders verschobene frauen-spiele drohen das saison-finale zu sprengen
Kein Schnee mehr, kein Termin. 43 Tage nachdem Schneemassen die Bundesliga-Partien von Werder Bremen gegen Wolfsburg und Bayern München abblasen ließen, stehen die Nachholtermi-ne noch immer nicht fest. Die Saison rückt, der Kalender bleibt leer – und die Pokal-Chancen der deutschen Klubs machen die Planung zum Glücksspiel.
Warum der dfb auf den 21. april wartet
Der 21. April gilt intern als erste Lücke, an der sich Wolfsburg, Bayern und Bremen frei sind. Die Haken: Genau an diesem Wochenende soll eigentlich der 23. Spieltag stattfinden. Sollten Wolfsburg gegen Olympique Lyon oder Bayern gegen Manchester United das Champions-League-Viertelfinale überstehen, rückt der Bundesliga-Spieltag auf denselben Termin. Der DFB hält sich alle Optionen offen, wie die Liga auf Nachfrage einräumt: „Eine frühere Ansetzung war wegen des dichten Pokal- und UWCL-Kalenders nicht machbar.“
Die Folge: Bremen könnte binnen sieben Tage zwei Nachholspiele bestreiten, falls die deutschen Vertreter frühzeitig aus der Champions League fliegen. Sollten sie weiterkommen, verzögert sich die Austragung erneut – bis in den Mai hinein. Eintracht Frankfurt wirbt zusätzlich um freie Slots: Gewinnt der Verein den Europa-Cup, steigt das Finale Mitte Mai, und Frankfurt würde ebenfalls Spieltermine verlegen müssen.

Die tabelle hängt in der luft
Pernille Harder und Magdalena Eriksson standen am ursprünglichen Februar-Termin bereits spielfrisch im Weser-Stadion – vergeblich. Seitdem fehlt der Liga eine komplette Spalte: Werder hat zwei Begegnungen weniger absolviert als Konkurrenten, die Tabelle ist verzerrt. Der Verband verweist auf „Komplexe Abhängigkeiten“, doch die Zeit wird knapp. Nach der Hinrunde der Champions-League-Viertelfinals (20./21. April) bleiben nur noch drei Wochen bis zum regulären Saisonende.
Die Bremerinnen trainieren im Leeren: kein fixierter Gegner, kein Countdown. Andere Teams nutzen die Pause, um sich für die Endphase zu wappnen. Werder-Coach Tom Wörner muss mit Ausfällen planen, ohne zu wissen, wann sein Kader gefordert wird. „Wir können nur auf die Entscheidungen im Europacup warten“, sagt er, „und hoffen, dass der DFB danach zügig handelt.“

Was passiert, wenn beide teams weiterkommen?
Dann droht der Frauen-Bundesliga ein englisches Wochenprogramm kurz vor dem Finale. Halbfinale der Champions League (25./26. April und 2./3. Mai) kollidiert mit dem 23. und 24. Spieltag. Der DFB hat bereits signalisiert, diese Partien auf den 21. bzw. 5. Mai vorzuziehen – was wiederum Bremens Nachholspiele an den Rand der Woche drängt. Die Logistik wird zur Glanzleistung: Flugzeiten, Regeneration, Taktik – alles innerhalb von 72 Stunden.
Für Fans bedeutet das: Tickets erst kurzfristig, Reisen mit offenem Ende. Die Liga riskiert, dass ihre Top-Teams vor halb leeren Rängen spielen, weil Anhänger keine Zeit zur Planung haben. Die TV-Partner verlangen feste Sendefenster, die Spielerinnen verlangen Planungssicherheit. Die Uhr tickt.
Der DFB plant, die Nachholtermine unmittelbar nach den Viertelfinal-Rückspielen (27. März) bekanntzugeben. Sollten sich alle deutschen Teams verabschieden, steht Bremen eine Doppelbelastung bevor. Sollten sie gewinnen, verschiebt sich alles erneut. Die Saison wird länger, die Spielerinnen kürzer. Und die Tabelle? Die bleibt, bis auf Weiteres, ein Konstrukt aus Hoffnung und Schnee.
