Lakers blockieren fribourg mit nasenspitze – 2:0-zwischenstand sorgt für klarstellung

Die SC Rapperswil-Jona Lakers stehen kurz vor dem Playoff-Aus für den HC Fribourg-Gottéron. Nach zwei Spielen steht es 2:0 für die Lakers, und das nicht etwa durch Torfestival, sondern durch pure Abwehrarbeit. Ueli Schwarz spricht von einem „Defensivkunstwerk“, das sich im zweiten Spiel im Schlussdrittel entfaltete.

Wie man mit dem kleinen zeh spiele dreht

Die Lakers verbarrikadierten sich in den letzten zwanzig Minuten so tief wie selten in dieser Saison. Fribourg feuerte 19 Schüsse ab – keiner landete im Netz. Melvin Nyffeler sah den Puck kaum, weil fünf Lakers um ihn herum jede Lücke schlossen. „Die haben jede Scheibe geblockt, mit der Nasenspitze, mit dem kleinen Zeh, mit allem, was gerade vorbeikam“, sagt Schwarz im MySports-Studio. Die Bilder: ein Wust aus Beinen, Schaufeln und Körpern, die sich wie magnetisch an ihre Zone hefteten.

Jacob Larsson ist dabei der Ruhepol. Der Schwede liest Fribourgs Powerplay wie ein Schulbuch, zerstört Diagonalpässe und leitet im gleichen Atemzug das Break ein. Ohne ihn laufen die Lakers nicht nur langsamer, sie verlieren die Kontrolle. Statistik: in seinen 18 Minuten Eiszeit kassierte Rapperswil keine einzige Überzahltore. Die Frage ist nicht, ob er bleibt – sondern wie lange Fribourg ihn noch zulassen will.

Der preis der hingabe zahlt sich aus

Der preis der hingabe zahlt sich aus

Die Lakers bezahlen den Preis buchstäblich mit blauen Flecken. Nach dem Spiel zählt das Physio-Team 28 neue Blessuren, vom Prellungstraining bis zur Schienbein-Abschürfung. Trainer Johan Lundskog lacht trocken: „Wenn wir so weitermachen, brauchen wir ein zweites Team für das Finale.“ Die Ironie: gerade diese Einsatzbereitschaft macht sie unangenehm. Fribourg wirkte im zweiten Spiel wie ein Boxer, der immer wieder auf die Deckung trifft – und seltsamerweise selbst blutet.

Die Drachen haben nun 48 Stunden, um Umstellungen zu finden. Coach Christian Dubé spricht von „kleinen Details“, meint aber: die Lakers rauben ihnen den Glauben. Wer dreimal fünf gegen drei nicht trifft, beginnt an sich selbst zu zweifeln. Die Serie verlagert sich vom Talent zum Psycho-Kampf. Und da stehen die Lakers gerade besser da.

Am Mittwoch in der Halle 9.000 Zuschauer, dann wird wieder mit Nasenspitzen und kleinen Zehen geblockt. Fribourg muss jetzt nicht nur Tore schießen, sondern eine Mauer einreißen, die sich selbst als lebendes Tor erweist. Die Lakers haben nichts zu verlieren – und das wissen sie. Wer jetzt noch auf Sieg der Dragons setzt, sollte sich die Eiszeit gut überlegen.