Dfb startet eigenen tv-kanal: konkurrenz oder ergänzung?

Die Fußballwelt in Deutschland steht vor einer Veränderung: Kurz vor dem großen WM-Spektakel im Sommer zündet der DFB das Feuer für DFB.TV, einen eigenen linearen Fernsehsender. Doch ist dies ein Angriff auf die etablierten Rechteinhaber oder eher ein zusätzliches Schaufenster für die Vielfalt des deutschen Fußballs?

Ein neuer player im tv-markt

Ab dem 22. Mai, unmittelbar vor dem DFB-Pokalfinale, wird DFB.TV seine Sendungen starten. Der Verband will damit rund um die Uhr – sieben Tage die Woche, 24 Stunden am Tag – Inhalte liefern. Eine eigene App für 5,99 Euro monatlich sowie die Verfügbarkeit auf Partnerplattformen wie HD+, Zattoo, DAZN und Vodafone sollen eine breite Reichweite gewährleisten. Die Produktion erfolgt in Zusammenarbeit mit der Sportainment Media Group, einem erfahrenen Anbieter im Sportfernsehen.

Mehr als nur nationalmannschaft

Mehr als nur nationalmannschaft

Es geht bei DFB.TV um mehr als nur die Nationalmannschaft, auch wenn die Spiele und Inhalte rund um Spieler wie Deniz Undav eine wichtige Rolle spielen werden. Der Kanal plant, eine breite Palette an Formaten zu zeigen: Von Frauen- und Nachwuchsfußball über e-Football und Futsal bis hin zu Amateurfußball und Klassikern aus dem DFB-Archiv. Auch magazinartige Sendungen und Highlight-Shows im Anschluss an DFB-veranstaltete Rechte, wie beispielsweise dem DFB-Pokal, sind geplant.

Wm-einsatz und strategische überlegungen

Wm-einsatz und strategische überlegungen

Auch während der Weltmeisterschaft in den USA, Mexiko und Kanada wird DFB.TV aktiv sein und Einblicke aus dem Trainingslager der Nationalmannschaft, Pressekonferenzen und Experteninterviews liefern. Dabei soll vermieden werden, dass das Angebot mit den bereits bestehenden Übertragungsrechten von Telekom, ARD und ZDF in Konflikt gerät. Die Strategie hinter DFB.TV ist klar: Es geht darum, die zahlreichen DFB-Inhalte besser sichtbar zu machen und eine eigene Plattform aufzubauen – ein Schritt, der angesichts der sich verändernden Medienlandschaft und der Unsicherheit bezüglich zukünftiger Rechtevergaben eine kluge Investition darstellt.

Dr. Holger Blask, der Vorsitzende der DFB-Geschäftsführung, formuliert das Motto treffend: „Von Weltmeister bis Ascheplatz“. Diese Aussage unterstreicht das Ziel, die gesamte Bandbreite des deutschen Fußballs zu präsentieren und nicht nur auf die Spitze des Eisbergs zu schauen. Es ist ein klares Zeichen dafür, dass der DFB seine Verantwortung für die Förderung des Fußballs auf allen Ebenen ernst nimmt.

Ein blick in die zukunft

Ein blick in die zukunft

Die Deutsche Fußball-Liga (DFL) hat bereits mit dem Aufbau einer eigenen OTT-Plattform begonnen und sich am Streamingdienst Dyn beteiligt. DFB.TV ist somit ein weiterer Schritt in Richtung einer stärkeren Unabhängigkeit von traditionellen TV-Sendern und Streamingdiensten. Ob diese Strategie langfristig erfolgreich sein wird, bleibt abzuwarten, doch der DFB setzt ein deutliches Zeichen für die Zukunft des deutschen Fußballs. Die Investition in DFB.TV ist mehr als nur ein kurzfristiges Projekt; es ist eine strategische Entscheidung, um die Kontrolle über die eigenen Inhalte zu behalten und neue Wege der Fanszusammenführung zu erschließen.