Dfb wird zum tv-anbieter: pokal und nachwuchs im eigenen stadion

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) schaltet einen Gang hoch und betritt das Fernsehgeschäft. Ab dem 22. Mai soll DFB.tv, ein neuer, linearer TV-Kanal, rund um die Uhr Fußball-Content liefern – und das ohne zusätzliche Kosten für Pay-TV-Abonnenten. Ein Schachzug, der die Landschaft des deutschen Fußballs nachhaltig verändern könnte.

Live-übertragungen jenseits der etablierten rechte

Live-übertragungen jenseits der etablierten rechte

Die bisherige Situation war frustrierend für viele Fans: Länderspiele der Junioren, die 2. Bundesliga der Frauen, Futsal, eFootball und Beach Soccer – all diese Spiele waren oft nur schwer zugänglich, versteckt in Internet-Streams oder gar nicht sichtbar. DFB.tv soll hier Abhilfe schaffen und eine zentrale Anlaufstelle für diese und weitere Wettbewerbe bieten. Gespräche mit Sky und MagentaTV laufen noch, aber die Verträge mit DAZN, HD+, Zattoo und Vodafone stehen kurz vor dem Abschluss.

Besonders spannend ist die Entwicklung beim DFB-Pokal der Frauen. Ab 2026/27 werden alle 31 Spiele produziert, wobei Sky bereits ausgewählte Partien zeigt. Die Abstimmung mit dem Pay-TV-Partner bezüglich der Inhalte auf DFB.tv wird dabei eine entscheidende Rolle spielen. Auch die Nachwuchswettbewerbe des DFB (U17 und U19) sollen in den Fokus rücken.

Acht Stunden neue Inhalte täglich – das verspricht der DFB. Neben Live-Übertragungen sind auch Formate rund um die Nationalmannschaften geplant, darunter eine umfassende Berichterstattung während der Fußball-WM (11. Juni bis 19. Juli) mit Trainingslager-Berichten, einem WM-Studio in Hamburg, Analysen und Live-Pressekonferenzen. Die Verhandlungen mit der UEFA und der FIFA laufen, um auch legendäre Länderspiele zu zeigen.

Die App DFB.TV+ wird zusätzlich eine kostenpflichtige Option mit einem Preis von fünf bis sechs Euro pro Monat bieten. Die Produktion liegt in den Händen der Hamburger Firma Sportainment.

Doch damit nicht genug: Der DFB wird weiterhin seine Top-TV-Rechte vergeben. Der Pokal der Männer ist beispielsweise von 2026/27 bis 2029/30 an ARD, ZDF, RTL und Sky vergeben. Bei den Frauen haben in diesem Zeitraum ARD, ZDF und Sky die Übertragungsrechte. Die Auktion der Rechte an der 3. Liga steht für September an. Eine strategische Entscheidung, die den DFB finanziell stärken und gleichzeitig den Fans eine größere Auswahl an Fußballangeboten bieten soll.

Die Frage, ob auch die Regionalligaspiele auf DFB.tv zu sehen sein werden, ist noch offen. Hier müssen noch Gespräche mit den bestehenden TV-Plattformen geführt werden. Aber eines ist klar: Der DFB setzt auf eine eigene digitale Plattform, um die Faszination des Fußballs noch breiter zu streuen und neue Einnahmequellen zu erschließen.

Die Zahl spricht für sich: Der DFB investiert massiv in die Zukunft des deutschen Fußballs. Es bleibt abzuwarten, ob sich diese Strategie auszahlen wird – aber eines ist sicher: Die Fußballwelt wird sich durch diesen Schritt verändern.